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Die auf unserer Seite bei Pfeil und Bogen vorgestellten Bögen Nesta Black (RH 25#), Drogon (RH, 20#)und Madoc (RH, 30#) haben wir uns ordentlich zur Brust genommen.


Auspacken - erste Eindrücke

Alle drei Bögen sehen sehr "clean" aus, ohne überflüssigen Schnick-Schnack, sie wirken einfach so, als müssten Bögen so sein. Sehr softe und geschwungene Formgebung, die Wurfarme mit Schwarzglas belegt. Die Griffstücke fühlen sich samtig an und schmiegen sich angenehm in die Hand. Alle Übergänge sehr weich ausgeformt, keine störenden Kanten. Ungewöhlich wirken auf den ersten Blick die als Pistolengriffe ausgeformten Griffstücke der Hybridbögen. Allen Bögen liegt eine 12 Strang FastFlight Sehne samt Nockpunktbegrenzer bei.


Nesta Black

Er wirkt wie ein Recurve aus einer anderen Welt. Ungewohnte Form und - wo ist denn der Deflex? Den brauchts offensichtlich nicht, da das Griffstück sehr stark nach vorne ausgeprägt ist. Im abgespannten Zustand sind die Wurfarme daher (bis auf die reflexen Recurves) fast völlig gerade, ungewöhnlich für einen Recurve. Insgesamt fühlt sich der Bogen auch sehr leicht an. Zu leicht?

Nesta Black abgespannt

 

Drogon

Dieser Bogen ist geformt wie ein klassischer Hybridbogen und durch seine "nur" 58" Länge wirkt er eher zierlich, geradezu unscheinbar. Die schwarzen Wurfarme zusammen mit dem sehr schön gemaserten dunklen Griffstück geben im schon fast einen mystischen Touch. Klein und knackig?

 

Madoc

Das schwarz/rote Griffstück fällt sofort ins Auge und ist ein Hingucker, ohne bunt oder kitschig zu wirken. In sich einfach stimmig. Abgespannt erkennt man nur (relativ) schwach die eigentlich typische Form eines Hybrids. Sie erinnert schon fast an einen Langbogen. Dieser Bogen erzeugt Spannung und weckt Erwartungen. Auch hier ist die Länge von "nur" 64" für einen Hybrid ungewohnt.

Antur Madoc abgespannt


 

Setup - die Vorbereitung

Beim Aufspannen der Sehnen fällt die etwas andere Form der Tips auf, ein wenig eckig. Aber warum nicht? Reine Gewöhnungssache. Die Sehnenöhrchen sitzen schnell, sauber und sicher in den Tips, beim Nesta Black wird die Sehne zudem exakt in den Recurves geführt.

Antur Nesta Tips

 

Auf geht´s - Praxistest

Antur Archery empfiehlt, schwere(re) Pfeile zu schießen. Da wir als erfahrene traditionelle Bogenschützen ohnehin mit unseren Pfeilen immer deutlich über dem Mindestpfeilgewicht liegen, mussten wir uns beim Testen auch keine Sorgen machen.

Testerin Martina, Auszug 24", normalerweise Langbogen 26#, Pfeile 800er Penthalon Slim Line timber.

Testerin Sibylle, Auszug 28", normalerweise Langbogen 25#, Pfeile 1000er Penthalon Slim Line bamboo und "pinky".

Tester Rainer, Auszug 30", normalerweise Langbogen 40#, Pfeile 500er Goldtip Traditional, 400er Nijora Bark pro und Recurve 35#, Pfeile 500er Nijora Oxx pro.

Zum Einsatz kamen natürlich auch andere einigermaßen passende Pfeile aus unseren Schulungssortiment. Beim Setup hielten wir uns an die von Antur Archery empfohlenen Standhöhen bei einer Nockpunktüberhöhung von ca. 12mm.


Nesta

Der Recurve ist sehr komfortabel im Auszug, zumindest bei Martinas geringem Auszug. Bei 30" Auszug zieht er sich etwas härter, was aber bei dem Zuggewicht von 25# für einen üblicherweise 40# Schützen zu vernachlässigen ist. Die Empfehlung des höheren Pfeilgewichts ist absolut richtig. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter: der Bogen verträgt auch sehr gut "härtere" Pfeile (Spine), als berechnet. Der Pfeilflug ist absolut sauber und unerwartet schnell. Der Bogen "schlägt" und vibriert nicht, nur die Sehne ist deutlich hörbar. Mit Sehnendämpfern sollte das aber leicht zu beheben sein. Das Griffstück ist für kleinere Hände ideal, für größere Pfoten ein wenig zu filigran. Außerdem ist der Bogen etwas zu leicht, was bei diesem Zuggewicht vertretbar ist.

Fazit zum Nesta - Absolut empfehlenswert für Einsteiger und ambitionierte Schützen, egal mit welchem Auszug. Ein wirklicher Allrounder mit unschlagbarem Preis-/Leistungsverhältnis. Beim Zuggewicht kann bei erfahrenen Schützen durchaus eine Stufe höher (+5 lbs.) gewählt werden, als gewohnt, da er sich ohne großen Kraftaufwand sehr komfortabel ziehen lässt. Der Bogen ist sehr schnell, liebt schwerere und härtere Pfeile und ist fehlerverzeihend. Der Nesta ist ein hübsches Teil und vor allem bei Frauen der Optik-Favorit. Er liegt aber eben speziell bei Frauen besser in der Hand. Eine wollte ihn gleich gar nicht mehr hergeben ...


Drogon

Der kleine Hybrid ist ein Wolf im Schafspelz. Mit seinen nur 20# Zuggewicht und einer Länge von 58" machte er richtig Spass. Das tut er sicher auch mit mehr Power. Man sieht es dem unscheinbaren Knilch nicht an. Wenn man diesen Bogen mit offener Hand, wie beim einem Recurve, schießt, was durch den Pistolengriff an sich schon vorgegeben ist, wird man sich allerdings bei höherem Zuggewicht schwer tun, ihn zu halten. Hier muss man dann am Hand-Setup arbeiten. Dieser Hybrid erinnert im Auszug eher an einen Langbogen, was wohl seiner geringen Länge geschuldet ist. Den Drogon - zumindest bei den 20# - sollte man nicht mit zu schweren Pfeilen schießen. Die Erdanziehungskraft schlägt sonst ziemlich unvermittelt und gnadenlos zu. Was den Drogon - vielleicht weiß er es einfach nicht besser - gar nicht interessiert, ist der Spinewert. In einem bestimmten Bereich wirft er so ziemlich alles, womit man ihn füttert. Und das sehr sauber. Hybridtypisch ist er schnell, aber keine Rakete, wie der Nesta, dabei aber sehr ruhig im Verhalten und leise.

Fazit zum Drogon - Der Kleine kann was und ist unsere Empfehlung für geübte Bogenschützen mit höherem Zuggewicht bei kompakten Abmessungen, die gerne auf 3D Parcours schießen. Bei höheren Zuggewichten können wir uns vorstellen, dass er richtig "giftig" im positiven Sinn sein kann.


Madoc

Ein echter Hybridbogen und ein schöner noch dazu. Er lässt sich sehr weich ziehen und ist kraftvoll im Ablass. Fester halten muss man ihn auf jeden Fall, denn ein Recurve-Griff lässt ihm zu viel Freiheit. Der Madoc ist ein kraftvoller Bogen und eine Zicke. Schwere Kost (Pfeile) liebt er, aber beim Spinewert ist er schon ein wenig eigen und möchte nur Gourmetpfeile. Ganz genau angepasste bitte. Hat er die aber, wirft er diese sehr sauber und gruppiert sie schön. Bei diesem Bogen muss sein neuer Besitzer definitiv an seinem persönlichen Setup arbeiten und das richtige Zusammenspiel von Standhöhe und Nockpunktüberhöhung ermitteln. Sein Verhalten spricht aus unserer Sicht eher für mittlere bis hohe Zuggewichte. Dann ist dieser Bogen ein bezahlbarer Traum.

Fazit zum Madoc - Für fortgeschrittene und geübte Bogenschützen mit etwas höherem Zuggewicht. Dieser Bogen hat alles Gute aus der Welt der Recurves und der Langbogen in einem Stück.


 

Fazit zu allen Bögen - Anschauen. Anfassen. Erleben.

Da ist für jeden etwas dabei und es ist auf jeden Fall etwas Gutes. Die drei Kandidaten sind durchweg hervorragend verarbeitet. Sie unterscheiden sich deutlich voneinander, in vielerlei Hinsicht, sie sind ja auch für unterschiedliche Zielgruppen und Anforderungen konzipiert. Die Haptik, das Anfassen - ein Erlebnis. Das gilt auch fürs Auge. Die teilweise sehr ausgeprägten Rundungen der filigran aussehenden Griffstücke wirken modern und lassen zu keinem Zeitpunkt das Gefühl aufkommen, man hätte den Bogen nicht sicher in der Hand oder man könnte die Kontrolle verlieren. Keiner der Bögen entwickelte auch nur annähernd so etwas wie den ohnehin überbewerteten Handschock oder zeigte andere nennenswerte Makel.

 

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