Pfeilbau und Pfeiltuning oder doch Fertigpfeile?

Pfeilbau und Pfeiltuning

Du kannst mit dem besten Bogen und schlechten Pfeilen keinen Blumentopf gewinnen. Dagegen wirst du mit perfekten Pfeilen und einem "Stangerl" Holz als Bogen durchaus gute Ergebnisse erzielen können. Sich mit dem Thema Pfeilbau und Pfeiltuning zu befassen, macht nur Sinn, wenn du schon deinen Bogen hast und weißt, wozu du ihn nutzen willst.


 

Das jedoch selbst zu machen, abhängig natürlich auch von deinen Ansprüchen, erfordert neben langer Erfahrung, viel Wissen über Pfeilphysik, viel Lehrgeld, viel Geld für richtiges Werkzeug und die passende Ausstattung, nicht zuletzt viel Zeit. Du wirst auch nicht wirklich Geld sparen.

Du kannst dabei allerdings sehr viel lernen und verstehen, wie die Zusammenhänge sind und dich sehr genau an deinen perfekten Pfeil heranarbeiten.

Wenn du mehr darüber wissen willst, schau´ dir unseren Artikel Pfeile selber bauen, Sehnen selber häkeln an.

Wenn du "nur" einen Bogen und einen Pfeiltyp schießen willst, solltest du dir überlegen, ob du dir mit den errechneten Daten nicht deine Pfeile bauen lässt und nur mit wenig Aufwand (z.B. Spitzen-Tausch) die Balance selbst anpasst.

Du solltest auch beachten, dass es viel weniger Möglichkeiten des Feintunings gibt, wenn du dich für Holzpfeile statt für Carbonpfeile entscheidest.


 

Voraussetzungen und Faktoren, die du kennen musst

Die Berechnung des dynamischen Spines

1. Welchen Bogen(typ) hast du?

2. Welche Sehnenart benutzt du?

3. Wie stark ist die Sehne bzw. wieviele Stränge hat sie?

4. Benutzt du einen Bogenköcher?

5. Welches (angegebene) Zuggewicht hat der Bogen?

6. Wie groß ist dein persönlicher Auszug?

7. Deine Pfeillänge (1,5" über persönlichem Auszug)?

8. Gewicht der Spitze (inkl. Insert)?

Wenn du diese Fragen sicher beantworten kannst, kann es losgehen.

Nun kannst du dir mal unseren Spinewertrechner, der gleich kommt, ansehen, das ist ohnehin der beste und exakteste (*eigenlob*) und die ebenfalls folgenden Beispieldaten eingeben.

Hier werden alle Faktoren des dynamischen Spines berücksichtigt und die Auswirkung der Sehnenstärke haben wir in der Berechnung optimiert.

Berechnungsbeispiel:

  • Recurvebogen
  • Sehnenart Dacron
  • Sehnenstärke / Strangzahl 14
  • Bogenköcher NEIN
  • Zuggewicht 30#
  • Persönlicher Auszug 27,5"
  • Pfeillänge 29"
  • Spitzengewicht 90 gn (Insert 20 grain, Einschraubspitze 70 Grain oder Klebespitze 90 Grain

 

2.2.1

Der Rechner reagiert erst richtig nach Eingabe plausibler Daten

Bogentyp
Sehnenart
Sehnenstärke / Strangzahl
Bogenköcher
Zuggewicht Bogen
20 50
Persönliche Auszugslänge
24 32
Zuggewicht real
0.00
Mindestpfeilgewicht
0
Mindestpfeilgewicht
0
Mindestpfeilgewicht
0
Pfeillänge (Spitze bis Nockboden)
26 34
Spitzengewicht (inkl. Insert)
50 165
Zuschlag Pfeillänge
0.00
Zuschlag Spitzengewicht
0.00
Spinewert Holzpfeile Berechnung
0.00
Abgleich Pfeillänge
0.000

Achtung - Pfeillänge sehr knapp

Achtung - Pfeillänge zu kurz

Achtung - Lebensgefahr - Lalülala

Mit diesen Angaben ist eine vernüftige Spinewertberechnung nicht möglich oder aber sinnlos.

Spinewert Carbonpfeile
0

Ergibt sich bei deinen Werten ein Spinewert für Carbonpfeile von 1600 bis 3200, kannst du versuchen, nach der 50% Regel zu arbeiten. Du wählst einen Schaft, der den "halben Spine" hat (bei berechneten 2600 also einen 1300er Schaft), behältst aber Pfeillänge und Spitzengewicht bei.

Bitte überprüfe deine Angaben

Spinewert (zylindrische) Holzpfeile
0

Ja, ja, schon klar - Holzpfeile gibt es erst ab 20#

Zuggewicht real 2
0.00
Pfeillänge 2
0.00
Spitzengewicht 2
0.00
Mindestpfeilgewicht niedrig 2
0.00
Mindestpfeilgewicht mittel 2
0.00
Mindestpfeilgewicht hoch 2
0.00


Hier kannst du nun deinen Carbon-Pfeil fertig konfigurieren

Das funktioniert aber nur, wenn du oben realistische Daten eingegeben hast

 

Wähle aus, ob du dünnere oder dickere Schäfte bevorzugst

Falls du dich für dünnere Schäfte entscheidest oder entscheiden musst, weil es deinen Spinewert nur bei dünneren Schäften gibt, musst du das Spitzengewicht oben auf volle 10er Werte anpassen (50, 60 ...100) um verlässlichere Ergebnisse zu erhalten.

 

Möchtest du Protektorringe einsetzen und wenn ja, wo?

 

Welche Federgröße möchtest du verwenden?

 

Eine zum jeweiligen Schaft passende Nocke sowie
eine Federsicherung werden bei der Berechnung berücksichtigt.

Schaftlänge dünn
0.000
Schaftlänge dick
0.000
Zwischensumme Anbauteile dick inkl. Nocke
0.00
Zwischensumme Anbauteile dünn inkl. Nocke
0.00

Dein mit den obigen Angaben berechneter Pfeil sollte mindestens folgendes Schaftgewicht haben:

Mindestschaftgewicht
gpi 0.00
Mindestschaftgewicht
gpi 0.00
Mindestschaftgewicht
gpi 0.00
Mindestschaftgewicht
gpi 0.00
Mindestschaftgewicht
gpi 0.00
Mindestschaftgewicht
gpi 0.00

 

Und nun viel Spaß beim Einkaufen und Experimentieren

 

Als Ergebnis hast du nun einen Spinewert von 851. Verglichen mit den wenigen sehr guten Internet-Spinewertrechnern decken sich unsere Berechnungen genau. Unser Rechner sagt dir auch gleich, welches tatsächliche Zuggewicht du "auf den Fingern" hast und wie schwer dein Pfeil sein sollte (Mindestpfeilgewicht).

Auch wenn es erst einmal gar nicht so gut aussieht, das sind gute Werte, um weiter zu arbeiten. Aber es sind nur Anhaltswerte!

Spiele mal ein wenig mit einem Spinewertrechner herum, du wirst Erstaunliches feststellen! Und das ist wirklich so.

Schon wenn du den Pfeil 0,25" Zoll kürzer machst, näherst du dich mit 880 schon sehr deutlich einem "idealen" Wert an. Oder du veränderst einfach mal moderat das Spitzengewicht.

Der nächste Schritt ist die Auswahl deines Pfeilschafts. Der sollte also - bei obigem Beispiel - bei Carbonpfeilen einen statischen Spine von 900 haben. Einen 900er in Richtung eines Spinewerts von 851 bzw. gekürzt 880 zu polen, ist leicht, umgekehrt von 851 auf knapp unter 800, ist es ein wenig schwieriger und nicht Erfolg versprechender. Da müsstest du schon den Pfeil länger lassen und/oder das Spitzengewicht erhöhen.

Wenn du mit einem 800er Spine liebäugelst, ändere doch einmal die Sehnenart in FastFlight und bleibe bei der gekürzten Pfeillänge. Schon bist du auf einem guten Wert für einen 800er. Danach vielleicht noch das Insert in ein 12gn Teil ändern, u.s.w.

Da aber auch wir nichts vorhersagen können, führt kein Weg am Ausschießen von Musterpfeilen vorbei! Der Rest ist Feintuning.

Mit diesen Werten fährst du auf der richtigen Spur. Der Pfeil sollte also schon mal in die richtige Richtung fliegen und annähernd dort einschlagen, wo du es gerne hättest. Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auch in unserem Technik-Blog bei Pfeil zu hart, Pfeil zu weich - der Spine und im schon erwähnten Artikel Pfeile selber bauen, Sehnen selber häkeln.

Das hat dir hoffentlich geholfen, die Frage am Anfang des Artikels für dich zu beantworten.

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