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nano Bogensport

Bogenfinder

für "blutige" Anfänger

Unser Bogenfinder soll dir bei deiner Entscheidung, welchen Bogen zum traditionellen Bogenschießen du dir zulegen wirst, helfen. Die einzelnen Kriterien haben natürlich bei jedem Einsteiger eine andere Gewichtung, wie sich oft bei den Fragen an uns zeigt.

Solltest du noch nie einen Kurs besucht haben und auch keine Ausrüstung besitzen, dann kauf´ dir auch nicht einfach irgendetwas - das wird nix. Lass die Finger von Komplettpreis- und Schnäppchenangeboten. Schau dir erst einmal unsere Tipps für Einsteiger an oder frag uns.

Bevor du dich also mit deinem eigenen Bogen beschäftigst, solltest du einen Kurs gemacht haben, sei es auch nur zum Reinschnuppern.

Wenn du bei uns oder einem anderen Anbieter einen Kurs absolviert hast, dann hat dein "Trainer" (hoffentlich) die folgenden Punkte, die grund­sätzlich für die Wahl deines Bogens entscheidend sind, mit dir geklärt.

Wichtige Voraussetzungen
erstens

Du weißt ganz sicher, ob du Rechts- oder Linkshänder bist (nicht lachen), in welche Hand du den Bogen nimmst und ...

zweitens

... was noch entscheidender ist - welches dein dominantes Auge, auch Führungsauge genannt, ist.

Warum das so wichtig ist und was es damit genau auf sich hat, kannst du in unserem Technik-Blog bei Augen und Händigkeit beim Bogenschießen nachlesen.

drittens

Du kennst deine Gründe, warum du Bogenschießen willst und deine persönlichen Ziele. Du brauchst dann nur noch den Ort, wo du es machen willst und darfst.

Dann kann´s ja losgehen - folge einfach dem roten Faden ...

Der Weg zu deinem Bogen
Schritt für Schritt
Spaß macht Bogenschießen immer
Mal mehr, mal weniger

Grundsätzlich kannst du mit jedem Bogen(typ) das gleiche tun - einen Pfeil von A nach B befördern.

Je nachdem, welche Art des Bogenschießens du betreiben willst, wie intensiv du das machen willst und mit welchen persönlichen Zielen, ist der eine Bogen(typ) besser dazu geeignet, der andere weniger besser (*ggg*).

Welcher Bogen ist der richtige für mich?

Die Standardfrage

Diese Frage kann dir niemand sofort und abschließend beantworten. Schon gar nicht, ohne vorher ein paar "Gegenfragen" zu stellen.

Mögliche Antworten beginnen aber immer mit:

Das kommt ganz darauf an ...

  • ... was du unter "richtig" verstehst

  • ... welche Beweggründe und persönlichen Ziele du hast

  • ... mit welchem Bogentyp du dich wohlfühlst

  • ... wie sportlich und/oder kräftig du bist

  • ... wie groß und beweglich du bist

  • ... wie groß dein Budget ist

Den richtigen Bogen
gibt es nicht

Genauso wenig gibt es den falschen Bogen. An sich muss die Frage lauten "Welcher Bogen ist für mich und mein(e) Vorhaben am besten geeignet?"

Um das zu ermitteln, müssen die nachfolgenden Punkte im einzelnen geklärt werden. Am Ende wirst du einen Kompromiss - welchen auch immer - eingehen müssen, denn jeder Bogen(typ) hat seine Vor- und Nachteile und ist mehr oder weniger für deine persönlichen Ziele geeignet.

Wir reden hier von deinem ersten Bogen. Je nachdem, was du vorhast und wenn du beim Bogenschießen bleibst, kommt sicher irgendwann ein zweiter, dritter ... Bogen ins Haus. Das ist so, die vermehren sich wie die Karnickel. Und auch dann wirst du wieder einen (anderen) Kompromiss eingehen.

Deine Gründe - deine Ziele
Einen Plan solltest du haben

Du kannst ja aus unterschiedlichen Gründen Bogenschießen (wollen). Und du kannst dir ebenso unterschiedliche Ziele setzen.

Wenn du Größeres vorhast (deine Grenzen ausloten, Wettkämpfe, 3D Schießen), dann macht es wenig Sinn, einen einfachen und günstigen Bogen ins Auge zu fassen. Du wirst damit sehr schnell an deine Grenzen kommen.

Umgekehrt kannst du aber mit einem höherwertigen Bogen auch einfach nur Spaß haben oder mal entspannen. Unabhängig vom Bogentyp.

Je höher deine Ambitionen sind, desto hochwertiger sollte dein Bogen sein, wobei hochwertig nichts mit hochpreisig zu tun haben muss.

Vergleiche das mal mit den Überlegungen beim Autokauf ...

Die Empfehlungen gelten für Einsteiger ins traditionelle Bogenschießen und beziehen sich grundsätzlich auf den Bogentyp. Die zusätzlich genannten Bogenmodelle kannst du bei uns sehen, anfassen und schießen, um ein Gefühl dafür zu bekommen und du kannst sie (fast alle) auch bei uns kaufen.

Weitere Informationen zu "unseren" Bögen findest du bei Pfeil und Bogen.

Spaß

Du willst einfach nur Spaß haben, gelegentlich mal im Garten schießen, Luftballons den Garaus machen, rein zum Vergnügen, allein oder in Gesellschaft. Trotzdem mit einem gewissen Anspruch an Präzision und ein bisschen Luft nach oben.


In diesem Fall bist du mit einem Allround-Recurve und einem Einsteiger-Hybridbogen gut beraten.


One Piece Recurve
(Antur Nesta)

Hybridbogen
(Antur Pluto)

Nur für dich

Du willst ganz allein, nur für dich, in der freien Natur schießen, um runter zu kommen und den Stress hinter dir zu lassen, dich entspannen, deine Grenzen erforschen. Regelmäßig. Mit einem deutlichen Anspruch an Präzision und Komfort.


Unsere Erfahrungen zeigen eindeutig, dass gerade Hybridbogen diesen Ansprüchen am besten gerecht werden.


Hybrid-/Langbogen
(Leopard "nano Edition")

Hybridbogen
(Antur Drogon)

Verein

Du willst dich einem Verein für traditionelles Bogenschießen anschließen, in Gesellschaft schießen, eventuell mit der Ambition, später an Turnieren und Wettkämpfen teilzunehmen und dich mit anderen zu messen.


Diese Vorhaben setzen eindeutig höher­wertige Bögen voraus, mit welchen sich der Bogenschütze zukunftssicher entwickeln kann.


Langbogen
(Sniper "nano Edition")

Hybridbogen
(Antur Madoc oder Antur Euron)

Langbogen
(Fritzbogen Habicht*)

Hybridbogen
(Leopard "nano Edition", Fritzbogen Falke*)

Recurvebogen
(Fritzbogen Milan*)

3D Parcours

Du willst auf den Spuren Robin Hoods auf diversen 3D-Parcours durch die Wälder streifen und Gummitiere jagen, die Königsdisziplin des traditionellen Bogenschießens erleben und leben.


Um die Gummitiere auch wiederholt zu treffen und dem Traditionellen gerecht zu werden, sind "leistungsfähige" Bögen (mit perfekt abgestimmten Pfeilen) absolute Voraussetzung. So z.B. die nachfolgenden Empfehlungen.


Langbogen
(
Sniper "nano Edition")

Hybridbogen
(Antur Madoc oder Antur Euron)

Langbogen
(Fritzbogen Habicht*)

Hybridbogen
(Fritzbogen Falke*)

Recurvebogen
(Fritzbogen Milan*)

*
Hochwertige Bögen von Bogenbauern eignen sich unserer Meinung nach nicht für Einsteiger. Auch wenn man sie sich "auf die Hand" fertigen lassen kann, so muss man das Schießen mit diesen Bögen beherrschen. Das setzt voraus, dass bereits ein gewisses Maß an Erfahrung (mit Recurves und Hybriden) vorhanden ist.

Welche Bögen und Bogentypen gibt es denn?
Lange und kurze, krumme und gerade

Die drei für das traditionelle Bogenschießen (und ausschließlich davon reden wir) verwendbaren Bogentypen sind die nachfolgenden.

Diese Bögen werden direkt "über das shelf" geschossen, die in den Bogen bzw. das Bogenfenster bereits eingearbeitete Pfeilauflage und nicht über an den Bogen angeklebte oder angeschraubte "Schniepel" oder sonstige externe Pfeilauflagen.

  • Recurvebogen

    Recurvebogen

    Seinen Namen hat er von seinen deutlich in Schuss­richtung gebogenen Wurfarmenden (engl. recurved = zurückgebogen). Hierdurch ist er moderat im Auszug und kann (mehr) Energie speichern. Die Sehne liegt an den Recurves an.
    Der Recurve ist bei identischem Zuggewicht im Vergleich zu den anderen Bogentypen der "stärkste" Bogen.

    • ursprünglich
    • traditionell
    • teilbar (als Take Down)
    • einfach zu schießen
    • Fehler verzeihend
    • leistungsstark

    Je nach Ausführung ist der Recurvebogen ein Allrounder und damit sowohl für Anfänger als auch erfahrene Bogenschützen geeignet. Mit ihm ist das Erlernen des Bogenschießens und die Entwicklung eines sauberen Schießstils am einfachsten.

  • Langbogen Habicht von Fritzbogen

    Langbogen

    Der ursprünglichste Bogentyp. Die Form ist im abge­spannten Zustand mehr oder weniger gerade und die Sehne liegt frei zwischen den Tips. Moderne Langbögen weisen leicht "reflexe" (in Schuss­richtung gebogene) Wurfarme auf.
    Im Grunde genommen besteht ein Langbogen aus einem Stück (Holz), wobei hier bereits moderne Materialien wie Carbon, Glas und spezielle Laminate Einzug gehalten haben.

    • ursprünglich
    • traditionell
    • teilbar
    • einfach zu schießen
    • Fehler verzeihend
    • leistungsstark

    Einen Langbogen musst du beherrschen können. Daher ist er eher geeignet für traditionsbewusste, fortge­schrittene und ambitionierte Bogenschützen. Dabei ist ein Langbogen vom Bogenbauer dem Bogen "von der Stange" definitiv vorzuziehen.

  • Hybridbogen Falke von Fritzbogen

    Hybridbogen

    Als "logische" Weiterentwicklung des Lang­bogens vereint er die Vorteile des Recurves und des Langbogens. Die Wurfarmenden sind leicht gebogen ("reflex"), aber nicht so stark, wie beim Recurve und die Wurfarme sind schlanker.
    Diese Bauart ergibt mehr Geschwindigkeit und eine höhere Präzision im Gegensatz zum "echten" Langbogen. Leistungsmäßig liegt der Hybrid daher bei gleichem Zuggewicht zwischen Recurve und Langbogen.

    • ursprünglich
    • traditionell
    • teilbar (als Take Down)
    • einfach zu schießen
    • Fehler verzeihend
    • leistungsstark

    Der Hybrid ist durch seine Bauform leistungs­fähiger als der Langbogen, bei dennoch traditionellem "Design". Da er sich zunehmender Beliebtheit erfreut, gibt es ihn seit einiger Zeit auch "von der Stange".

Was ist eigentlich ein Take Down?

Der Bastler- und Schrauberbogen

Wir sind (bekennend) keine Freunde von Take Down Bögen. Der Vollständigkeit halber wollen wir dir diese Frage dennoch in Kürze beantworten.

Take Down Recurve Antur Artus

Als Take Down oder take-down bezeichnet man Bögen, die nicht aus einem Stück - one piece - sondern als mehreren zusammengeschraubten Teilen, den beiden Wurfarmen und dem Mittelstück bestehen. Die Bauart findet sich fast ausschließlich bei Recurvebögen (Bild: Antur Artus).

Die beiden wirklich maßgeblichen Argumente, die für einen Take Down sprechen, sind die kompakten Abmessungen im zerlegten Zustand, die einen einfacheren Transport ermöglichen und die Möglichkeit, die Wurfarme gegen stärkere oder schwächere auszutauschen, ohne auch das Mittelstück ersetzen zu müssen.

Man kann diesen Bogentyp zerlegen, muss man aber nicht!

Traditionell und intuitiv Bogenschießen kannst du mit allen beschriebenen Bogentypen. Die Frage, welcher Bogen(typ) für dich der richtige ist, kann niemand pauschal beantworten. Das muss man mit ein wenig Kleinarbeit und in Vergleichen (selbst) herausfinden.

Sicher keinen Fehler machst du als Einsteiger mit einem Recurvebogen. Hybrid- und besonders Langbögen vom Bogenbauer benötigen deutlich mehr "Einarbeitungszeit", Konzentration und vor allem Disziplin.

Unsere "nano Edition" Lang- und Hybridbögen sowie die Hybridbögen von Antur Archery jedoch können durch die Form der Griffstücke ähnlich einem Recurve geschossen werden und sind daher für Einsteiger durchaus geeignet.

Achte bitte darauf, ob dein Wunschbogen auch für deinen persönlichen Auszug geeignet und vom Hersteller zugelassen ist. Das ist bei Recurvebögen nicht so problematisch. Frag´ aber bei Langbögen und Hybriden explizit nach.

Einen Test fast aller von uns empfohlenen Antur Bögen findest du in unserem Blog unter unsere Antur Bögen.

Deine Power und die deines Bogens
Ist er zu stark, bist du zu schwach

Hier geht es gleich um die PS beim Bogen, das Zuggewicht. Egal, wie hoch es ist, du musst körperlich in der Lage sein, diese Kraft konstant aufzubringen, ohne dass du nach den ersten paar Pfeilchen Schweißperlen auf der Stirn bekommst. Und du musst die Zusammenhänge verstehen ...

Zuggewicht

Auf einem Bogen, auf der Rückseite des unteren Wurfarms oder am Griffstück, findest du oft den Namen des Herstellers, den Namen des Bogens sowie einige kryptische Daten.

Beim "Eiger" steht da 40# 28" 66", die No. 176 ist die Seriennummer.

Die 66" steht für die Länge des Bogens in Zoll. Das Zuggewicht sind die 40# (sprich: Pfund, das amerikanisch-englische Pfund = 453,592 Gramm).

Zuggewicht Langbogen

Die 28" besagen, dass der Bogen dieses Zuggewicht von 40# aufweist, wenn man ihn auf 28" (Zoll) auszieht. Es gibt auch die Angaben mit dem "@"-Zeichen, das bedeutet aber das gleiche.

Diese 28" sind ein international gültiger Referenzwert, auf den Zuggewichte berechnet werden.  Jugendbögen beispielweise können auch Angaben haben wie 15# @ 26", also bei weniger Auszug des Bogens.

Zuggewicht Langbogen

Kurze Anmerkung: Der oben erwähnte "Eiger" ist ein extrem schwer zu beherrschender Langbogen für Könner und seine 40# sind eine deutliche Ansage. Er soll keine Empfehlung darstellen.

Was bedeutet Zuggewicht?


Das Zuggewicht ist ein Synonym für die Leistung, die der Bogen entwickeln kann, bezeichnet aber in Wirklichkeit die Kraft, die du aufbringen musst, um ihn überhaupt ziehen zu können.

Auf unserer Seite QWIKI findest du bei den Basics für Einsteiger unter dem Punkt Persönlicher Auszug und Pfeillänge und bei Technik für ambitionierte(re) Einsteiger unter dem Punkt Zuggewicht weitere wichtige technische Informationen zum Thema Zuggewicht.

Nur soviel an dieser Stelle - ziehst du, weil du längere Arme hast, weiter aus bis zu deinem Ankerpunkt, als die oben beschriebenen 28", dann erhöht sich das Zuggewicht. Ziehst du weniger weit aus, verringert sich das angegebene Zuggewicht. Deinen persönlichen Auszug muss ein Trainer oder ein Fachhändler ermitteln, schon allein wegen der Länge der Pfeile. Auch das findest du bei unseren Basics für Einsteiger.


Wann ist das Zuggewicht zu niedrig?


Das ist dann der Fall, wenn du keinerlei Gegenwehr des Bogens spürst, deine Pfeile bereits nach wenigen Metern die Flugtätigkeit einstellen oder lustlos vom Ziel abprallen und wenn du deine Pfeile weiter werfen als mit dem Bogen schießen kannst.

Wähle das Zuggewicht nicht zu niedrig, denn du wirst sehr bald einen stärkeren Bogen brauchen und haben wollen.


Was sagt ein höheres Zuggewicht aus?


Du kannst weiter schießen, deshalb aber nicht unbedingt auch (besser) treffen, deine Pfeile schauen bei einer Zielscheibe hinten weiter raus, als das bei einem "schwächeren" Bogen der Fall ist und du musst dich deutlich mehr quälen, die Stangerln wieder aus den Gummitieren zu ziehen.


Wann ist das Zuggewicht deutlich zu hoch?


Spätestens dann, wenn du das Bogenschießen schmerzbedingt abbrechen musst und statt nach Hause in die nächstgelegene Notaufnahme oder zum Orthopäden fährst. Leicht übertrieben, aber nicht ganz von der Hand zu weisen. Wenn einige "böse" Faktoren zusammentreffen, kann man sich mit einem zu starken Bogen ziemlich verletzen (ich weiß, wovon ich rede *grrrmmml*).

Tiefer, breiter, lauter, schneller, meeeeeehr PS. Zu hohes Zuggewicht bei Bögen ist die zweithäufigste Krankheit bei Männern - nach dem Männerschnupfen. Hohe Zuggewichte sind gerade bei männlichen Bogenschützen oft ein Statussymbol und Ausdruck der Männlichkeit. Eine lesenswerte Geschichte zu diesem Thema aus dem wahren Leben findest du in unserem QWIKI bei Männerkrankheit.

Beim Bogenschießen möchtest du ja nicht nur zehn Pfeile schießen. Demzufolge musst du auch entsprechend oft die Sehne mit den Fingerkuppen deiner drei beteiligten Finger bis zu deinem Mundwinkel (deinem Ankerpunkt) ziehen und dort kurz verharren, bevor du die Sehne wieder löst. Und du darfst dabei nicht zittern!

Zittern wirst du aber früher oder später wenn dich das Zuggewicht überfordert und du wirst zu früh lösen (loslassen), weil du das Gewicht nicht ruhig halten kannst.

Und das ist kontraproduktiv, da du dich mehr auf die aufzubringende Kraft, als auf einen sauberen Schießstil konzentrierst.

Stell´ dir mal folgendes vor: Die obigen 40# (das ist schon recht viel) entsprechen knapp über 18 Kilo. Du hast einen Koffer vor dir stehen mit 18 Kilo und hebst diesen mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger hoch und ziehst ihn - sagen wir mal - bis zum Bauchnabel, verweilst dort zwei bis drei Sekunden, bevor du ihn wieder abstellst. Und das ganze machst du nicht nur einmal, sondern so an die zehn mal.

Einfach? Dann stell´ dir das mal in der Waagerechten vor. Klingt vielleicht machbar, ist es aber wohl für die meisten nicht. Jedenfalls nicht lange.


Welches Zuggewicht ist denn das richtige?


Dazu kann man, wenn man seriös ist, keine Pauschalaussage treffen. Jeder hat ja einen anderen Körperbau und unterschiedliche Kraft und Ausdauer zur Verfügung. 

Außerdem kommt es auf den gewünschten "Komfort" an. Ein Recurve ist eher knackig, ein Langbogen sehr sanft dagegen, in der Mitte ist der Hybridbogen angesiedelt. Bei identischem Zuggewicht ist der Langbogen die "schwächste" Variante, dann folgt der Hybridbogen. Durch seine Bauart kann der Recurve die meiste Energie speichern und sie am effektivsten abgeben.

Das bedeutet, dass 30# nicht gleich 30# sind!

Mit vermeintlich niedrigeren Zuggewichten ist ein "sauberes" Schießen viel besser möglich, da man sich mehr auf den eigentlichen Schussablauf und sein Ziel konzentrieren kann. Es ist keine Schande, einen "schwächeren" Bogen zu schießen.

Unsere Beratungen verlaufen in der Regel so:

Ausprobieren - nähere dich mit dem Bogentyp deiner Wahl einem Zuggewicht an, ab dem du merklich einen Widerstand spürst. Ziehe den Bogen, schieße ihn ein paar mal. Wenn du dich damit wohlfühlst und ihn wirklich noch ohne große Anstrengungen handhaben kannst, kauf´ ihn eine Größe/Stufe an Zuggewicht (meist 5#-Schritte) höher.

Wenn du z.B. einen Hybridbogen mit 25# ohne Anstrengung und ohne Zittern schießen kannst, und das mehrfach hintereinander, dann kauf ihn dir mit 30# Zuggewicht.

Der Grund dafür ist einfach - durch Übung und regelmäßiges Schießen lernst du, den Bogen nach kurzer Zeit zu beherrschen. Dein Körper und besonders die sonst nicht so stark beanspruchten Muskeln im höheren Rücken gewöhnen sich recht bald daran.

Nur drei unserer Kunden (Männer) in den letzten beiden Jahren haben sich für Bögen über 30# Zuggewicht entschieden. Alle drei hatten aber auch durchaus die körperliche Konstitution dazu.

Frauen und Jugendliche entschieden sich bislang überwiegend für unseren kleinen Hybriden Antur Drogon und den One Piece Recurve Antur Nesta mit Zuggewichten zwischen 20# und 25#, bei Männern hielten sich die baugleichen Antur Madoc und Euron Hybridbögen und der Antur Nesta die Waage bei Zuggewichten zwischen 25# und 30#.

Tendenziell entspricht das auch unseren Empfehlungen, wobei unsere Favoriten die Hybridbögen sind. Sie entwickeln bei sehr ruhigem Schussverhalten eine enorme Leistung speziell bei 30# Zuggewicht.

Übrigens: Wenn du Rechtshänder bist, brauchst du einen RH-Bogen, auch wenn du ihn in der linken Hand hältst! Und umgekehrt. Das ist ein anderes Thema.

Deine Körpergröße und die Bogenlänge
Ist er zu lang, bist du zu kurz

Wie du schon oben gelesen hast, sind auf den (meisten) Bögen auch Längenangaben zu finden. Warum es unterschiedlich lange Bögen gibt, kannst du dir sicher selbst zusammenreimen, wenn wir dir die Stichworte Kinder, kleinere Menschen, größere Menschen, Reiter ... geben.

Bogenlänge


Was bewirkt die Länge eines Bogens ?


Grundsätzlich, aber gerade bei Einsteigern ist es empfehlenswert, einen möglichst Fehler verzeihenden Bogen zu wählen. Deshalb gilt der Ratschlag, lieber einen längeren Bogen zu schießen.

Je länger ein Bogen ist, desto komfortabler verhält er sich. Das gilt für alle Bogentypen.

Je kürzer ein Bogen ist, desto kraftvoller (knackiger) ist er.

Doch auch der persönliche Auszug spielt eine ganz entscheidende Rolle:

Wenn du kleiner bist und somit kürzere Arme hast, ist auch dein persönlicher Auszug geringer. Dann spielt es kaum eine Rolle, wie lang dein Bogen ist. Nur - zu lang sollte er nicht sein, weil du mit deiner Armlänge den Bogen möglicherweise gar nicht spannen kannst.

Bist du größer oder richtig groß, hast du auch schnell mal einen persönlichen Auszug von 30" oder 31" und dann wird´s richtig interessant.

Die Hersteller geben meist einen maximal zulässigen Auszug für ihre Bögen an. Daran sollte man sich annährend halten, denn das sind gerne genommene Gründe, um Garantieansprüche bei einem beschädigten Bogen abzuwehren.

Unsere Antur Bögen haben keinerlei Begrenzung, was den Auszug angeht. Du kannst sie also auch mit Albatrosflügeln schießen, durchaus auch einen 60" Antur Nesta Recurve. Trotzdem gilt die Empfehlung, die Bogenlänge bei höheren Zuggewichten an der Körpergröße zu orientieren. Besser also z.B. einen Hybridbogen oder Recurve mit 64" Länge.

Beispiele aus der Praxis

Bevor du zu den Grundsätzen und den Kosten kommst, hier noch ein paar "echte" Beispiele, die dir vor allem als Denkanstoss dienen sollen.

Bogenschützin (w)

Erfahrene Schützin

Größe 162 cm

Persönlicher Auszug 24,5"(!)

Fitness - keine Angabe

Jagddistanz 3 18 - 25 m

Bogentyp/-nameZuggewicht 1Zuggewicht real2
Langbogen
Fritzbogen Habicht 66"

30#

24,75#
Hybridbogen
Fritzbogen Falke M 62"

32#

26,4#

Unsere Schützin schießt also u.a. Bögen, die hart an der Grenze dessen sind, was sie durch ihre Armlänge spannen kann. Bei dieser Armlänge hat sie einen relativ kurzen Auszug. Das heißt, dass sie vermeintlich starke Bögen problemlos schießen kann, da sie deutlich unter dem angegebenen Zuggewicht bleibt, das sich bei verkürztem Auszug entsprechend verringert.

Bogenschütze (m) = ich

Ganz passabler Schütze

Größe 181 cm

Persönlicher Auszug 30"

Fitness durchschnittlich

Jagddistanz 3 30 - 35 m

 

Bogentyp/-nameZuggewicht 1Zuggewicht real2
Langbogen
Fritzbogen Habicht 68"

40#

44#
Recurvebogen
Fritzbogen Milan 64"

36#

39,6#
Hybridbogen
Fritzbogen Falke 68"

34,5#

37,95#

Hier passt alles zusammen (sind ja auch meine Bögen). Vergleicht man den Hybridbogen "Falke" mit 34,5# Zuggewicht mit dem Hybridbogen "Falke M" unserer Schützin mit 32#, ist der Unterschied auf den ersten Blick gar nicht so groß. Aber nur, wenn man das angegebene Zuggewicht betrachtet. Schau´ dir jetzt mal die realen Zuggewichte der beiden Bögen an.

1 Angegeben ist das Zuggewicht nach Herstellerangabe bei einem Auszug von 28".

2 Angegeben ist das berechnete reale Zuggewicht, das Zuggewicht, das man wirklich "auf den Fingern" hat. Es errechnet sich durch den größeren oder kleineren Auszug als die auf dem Bogen angegebenen 28".

3 Was es mit der Jagddistanz auf sich hat, kannst du in unserem QWIKI unter Technik für amibitionierte(re) Einsteiger nachlesen.

Die wichtigsten Grundsätze

Du weißt jetzt, aus welchen Beweggründen man Bogenschießen kann. Du kennst die verschiedenen Bogentypen, weißt alles über das Zuggewicht und hast schon deinen Favoriten ermittelt.

Beherzige noch die folgenden Punkte und du kannst die meisten Einsteiger-Fehler vermeiden.

erstens
Überschätze dich nicht

Schieße nie einen zu starken Bogen, auch wenn du es vielleicht könntest. Mehr Zuggewicht bedeutet nicht, dass du besser schießen kannst. Gerade in der ersten Zeit ist das sogar kontraproduktiv.

Und es gilt der Grundsatz: "Kannst du ihn nicht spannen, kannst du ihn nicht schießen" - egal, ob es an deiner Kraft oder an zu kurzen Armen liegt. Berücksichtige also auch die Bogenlänge.

Zum Thema Zuggewicht findest du noch ein paar geistige Ergüsse in unserem QWIKI unter Technik für Fortgeschrittene und zum Nachdenken hier.

zweitens
Eins ist mehr als drei

Ein One Piece Bogen ist einem Take Down Bogen beim traditionellen intuitiven Bogenschießen definitiv vorzuziehen. Das ist aber kein Muss und macht manchmal erst dann Sinn, wenn du ganz sicher bist, dass du mit einem bestimmten Zuggewicht auch auf längere Sicht zurecht kommst und damit deine persönlichen Ziele erreichst.

Bei einem Take Down Bogen kannst du nämlich durch Austausch der Wurfarme noch mit dem Zuggewicht "spielen", was bei einem One Piece Bogen nicht möglich ist. Und, wenn deine Transportmöglichkeiten beschränkt sind, ist ein Take Down natürlich kompakter.

drittens
Erst schießen, dann entscheiden

Kaufe nur einen Bogen, den du gesehen, angefasst und geschossen hast. Ganz wichtig, abgesehen natürlich von Auszugs- und Schussverhalten, ist das Griffstück. Es muss zu deiner Hand passen. Nichts darf drücken oder stören, du musst ein angenehmes Gefühl haben. Ist das nicht so, dann ist es nicht dein Bogen.

Das gilt auch dann, wenn du das Gefühl hast, der Bogen ist laut oder er vibriert beim Schuss oder er wackelt.

Wenn er dir in der Hand liegt, sich angenehm verhält und dann auch noch toll aussieht - bingo!

viertens
Vergiss das Internet

Kaufe einen Bogen nie nach Bewertungen im Internet (kein weiterer Kommentar) oder nach optischen Gesichtspunkten. Empfehlungen von anderen Bogenschützen machen durchaus Sinn, aber nur dann, wenn du den empfohlenen Bogen auch mal selbst in die Hand nehmen und schießen darfst. Berücksichtige aber bitte, dass der Bogen eines anderen Schützen zu diesem passt, für dich aber nicht zwingend der richtige sein muss.

Was muss ich finanziell veranschlagen?

Wenn du nicht Großes vorhast, dann musst du auch nicht viel Geld in die Hand nehmen und erhältst dennoch einen vernünftigen Bogen.

Für den "normalen" Einstieg musst du komplett sicher ab € 550,00 veranschlagen (darunter wird es nichts dauerhaft Sinnvolles werden). Mit dem Bogen allein ist es ja auch nicht getan, denn du brauchst noch ein paar andere Dinge (Pfeile, Armschutz, Handschuh, Köcher ...). Und wenn du sicher weitermachen willst oder das von vornherein vorhast, wirst du dich in kurzer Zeit einem vierstelligen Betrag nähern. Immer noch extrem günstig im Vergleich zu manch anderer (Trend-) Sportart.

Einen guten und zukunftssicheren Recurve-Bogen im Einsteigerbereich bekommst du schon ab € 330,00, Einsteiger-Hybride ab € 240,00.

Für einen Recurve der gehobenen Mittelklasse sind ab € 450,00 fällig, empfehlenswerte leistungsfähige Hybridbögen liegen je nach Ausführung und Ausstattung zwischen € 350,00 und € 400,00.

Hier fängt´s auch schon an, "professionell" zu werden. Schussruhe, Präzision, gute Verarbeitung und angenehmes Handling haben eben ihren Preis.

Ab € 800,00 kann man es fast als Spleen bezeichnen, denn ein Präzisions- oder Leistungsunterschied zu günstigeren Bogen ist dann im traditionellen Bereich kaum mehr feststellbar.

Unter Pfeil und Bogen findest du die Bögen, die wir für die jeweilige Anforderung empfehlen. Sicher gibt es auf dem Markt sehr viele, sehr gute Bögen. Leider aber eben auch schlechte. Und es gibt billige und teure.

Manche Bögen erwecken durch ihren Preis und ihr Aussehen den Eindruck, sie müssten professionell und damit gut sein. Kann sein, muss aber nicht. Individuell sind sie sicher.

Ohne die handwerkliche Qualität mancher Bögen und die Kreativität der Bogenbauer in Zweifel ziehen zu wollen - kann der "Wurzelsepp" oder der Acrylgriff mit eingegossenem VW-Bus wirklich irgendetwas besser als andere Bögen?

Und dann gibt es noch die Sonderpreis-Bögen (am besten im Set) mit 4,7 Sternen. Das heißt noch lange nicht, dass du da ein Schnäppchen machst. Lass es einfach.

Teuer heißt nicht unbedingt gut. Und günstig ist noch lange nicht schlecht.
Du kannst auch mit einem "billigen" Bogen - je nach deinen Zielen - durchaus gut Bogenschießen (lernen). Viel wichtiger dabei sind gute Pfeile. Dazu erfährst du mehr in unserem Qwiki und bei Pfeil und Bogen.

Geschafft. Fertig.
Soweit ist es noch nicht
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Obacht - einige Funktionen, wie z.B. die Darstellung von Karten und Anfahrtsskizzen stehen bei einer Ablehnung nicht mehr zur Verfügung.