Skip to main content
Der Bogenfinder von nano Bogensport

nano Bogensport

Bogenfinder

für Einsteiger

Du hast dir hoffentlich schon unsere Tipps für Einsteiger durch­gelesen. Falls nicht, solltest du das zunächst einmal nach­holen.

Unser Bogenfinder soll und kann dir bei deiner Ent­schei­dung, welchen Bogen zum traditionellen Bogen­schießen du dir als Ein­steiger zulegen wirst, nur helfen und dich dabei un­terstützen.

An einer qualifizierten Fachberatung führt aller­dings kein Weg vorbei!
Nur so macht das Sinn
Erst Kurs dann Bogen

Solltest du noch nie einen Kurs besucht haben und auch keine Aus­rüstung besit­zen, dann kauf´ dir auch nicht einfach irgend­etwas - das wird nix. Und lass die Finger von Komplettpreis- und Schnäppchen-Angeboten.

Bevor du dich also mit deinem eigenen Bogen beschäftigst, musst du einen ver­nünf­tigen Kurs buchen, sei es auch nur zum Reinschnuppern. Die kostenlosen Schnupperstunden, wie sie in manchen Vereinen angeboten werden, sind da allerdings weniger geeignet.

Bei einem solchen - richtigen - Kurs kannst du dich intensiv beraten lassen und wich­tige Vor­aus­set­zungen klären, u.a. welches dein domi­nan­tes Auge, dein Führungs­auge ist (Augen und Hän­dig­keit beim Bogenschießen).

Solange du nicht Bogenschießen kannst oder zu­mindest die Grund­züge kennst, die Handhabung und Einstellung eines Bogens nicht beherrschst und du die Zusammen­hänge (Pfeile ...) noch nicht ver­stehst, bringt dich auch der Besuch bei einem Fach­händler nicht weiter.

Die Standardfrage
Welcher Bogen ist der richtige für mich?

Diese Frage kann dir niemand sofort und ab­schließend beant­wor­ten. Schon gar nicht, ohne vorher ein paar "Gegenfragen" zu stellen. Und die Antworten beginnen immer mit:

Das kommt ganz darauf an ...
  • was du unter "richtig" verstehst

  • welche Beweggründe und persönlichen Ziele du hast

  • mit welchem Bogentyp du dich wohlfühlst

  • wie sportlich und/oder kräftig du bist

  • wie groß und beweglich du bist

  • wie groß dein Budget ist

Den richtigen Bogen gibt es nicht

Genauso wenig gibt es den falschen Bogen. An sich muss die Frage lauten "Welcher Bogen ist für mich und mein(e) Vorhaben am besten geeig­net?"

Grundsätzlich kannst du mit jedem Bogen(typ) das gleiche tun - einen Pfeil von A nach B beför­dern.

Je nach­dem, wie intensiv du das Bogenschießen betreiben willst, wie komfortabel du es dabei haben möchtest und welche persön­lichen Ziele du verfolgst, ist der eine Bogen(typ) besser dazu geeignet, der andere weniger besser (*ggg*).

Am Ende wirst du einen Kompromiss - welchen auch immer - ein­ge­hen müssen, denn jeder Bogen(typ) hat seine Vor- und Nach­teile und ist mehr oder weniger für bestimmte Ziele geeignet.

Wir reden hier von deinem ersten Bogen. Je nach­dem, was du vorhast und wenn du beim Bogen­schießen bleibst, kommt viel­leicht irgendwann ein zweiter, dritter ... Bogen ins Haus. Das ist so, die vermehren sich unkontrolliert wie die Karnickel. Und auch dann wirst du wieder einen (anderen) Kom­pro­miss ein­gehen.

Anprobe
Anfassen und schießen

Womit wir wieder bei einem Kurs mit qualifi­zier­ter Beratung oder einem Fachhändler sind.

Jetzt geht´s richtig los

Ein Bogen ist wie ein Maßanzug (oder auch ein Kleid). Er muss zu dir passen, sich angenehm anfühlen und zusammen mit den pas­senden Pfeilen ein Team bilden, mit dem du gerne schießt.

Zunächst muss sich dein Berater mit deiner Körpergröße (das entscheidet z.T. über die Länge eines Bogens), mit der Größe deiner Hände (da geht es um die Ausformung des Griffstücks) und deinen persönlichen Zielen befassen.

Wenn er dich dann nach deinem Alter, deiner Fitness und deinem gewünschten Komfort befragt, tut es das, um dir in einer Vor­auswahl einen Bogen zu geben, der auch in Zuggewicht und Schuss­verhalten zu dir passt.

Versuche, mehrere Bögen zu schießen, damit du auch einen Ver­gleich hast. Höre dabei auf dein Bauchgefühl, falls ein Bogen für dich in Frage kommt. Vermeide aber, mit "Gewalt" einen Bogen zu kaufen und entscheide nicht nach der Optik. Auch wenn er noch so gut aussieht, heißt das noch lange nicht, dass er auch gut seinen Dienst tut.

Diese Möglichkeiten hast du nur bei einem Fach­händler. Und wenn dir ein Bogen liegt, dann kauf ihn auch bei diesem Händler. Dort erhältst du dann nämlich auch Hilfestellung nach dem Kauf.

Guter Bogen, schlechter Bogen
Qualität des Bogens

Grundsätzlich gilt, dass du nur mit einem "guten" Bogen ver­nünftig schießen lernen kannst. Die Billigteile, wie sie leider viel zu oft auch in Schützenvereinen zum Einsatz kom­men, sind definitiv nicht zum Lernen geeignet.

Falls du, gerade in der Anfangszeit, Probleme mit gleich­mäßigen Ergebnissen hast, lassen sich nur schwer Rückschlüsse ziehen, ob das an dir, den Pfeilen oder dem nicht ganz so guten Bogen liegt.

Ein guter Bogen

ist einer, der dir im wahrsten Sinne des Wortes angenehm in der Hand liegt, der subjektiv nicht zu schwer ist, der keine unangenehm klingenden Geräusche von sich gibt, der nicht flat­tert und unruhig im Schussverhalten ist und mit dem du gleich­mäßige Resultate (gut oder schlecht) erzielst. Während und nach dem Schießen darfst du nicht wirklich Schmerzen in deinen Gelenken haben.

Das alles setzt allerdings auch gut abgestimmte Pfeile und eine pas­sende Sehne voraus.

Ein schlechter Bogen

hat die gegenteiligen Eigenschaften eines guten Bogens.

Er kann aber auch ein an sich guter Bogen sein, der nur falsch eingestellt ist, eine unpassende Sehne hat und für dein Zug­ge­wicht nicht geeignet ist. Oder die Pfeile passen nicht.

Die Preisklassen

Wenn du dich für einen Bogen(typ) entschieden hast, greife nicht zum günstigsten Modell. Das teuerste muss es aber auch nicht sein. Selbst, wenn du Geld übrig hast und dir einen teuren Bogen leisten kannst, lass dir gesagt sein, dass du damit nicht besser schießen (lernen) kannst.

Du musst dich mit dem Bogen entwickeln und er sollte dich schon eine gewisse Zeit begleiten und eine Mindestqualität aufweisen. Und diese hat nun mal ihren Preis.

Wenn du Größeres vorhast (deine Grenzen auslo­ten, Wettkämpfe, 3D Schießen), dann macht es wenig Sinn, einen einfachen und günstigen Bogen ins Auge zu fassen. Du wirst damit sehr schnell an deine Grenzen kommen.

Umgekehrt kannst du aber mit einem höherwertigen Bogen auch einfach nur Spaß haben oder mal ent­spannen. Unabhängig vom Bogentyp.

Je höher deine Ambitionen sind, desto hochwer­tiger sollte dein Bogen sein, wobei hochwertig nichts mit hochpreisig zu tun haben muss.

Kurz vorweggenommen - ab € 400,00 musst du für einen halbwegs geeigneten Einsteigerbogen auf jeden Fall veranschlagen.

Bei € 600,00 - € 700,00 bist du auf der sicheren Seite. Viel mehr muss und sollte es am Anfang auch nicht sein.

Zwischenfazit
  • Besuche einen geeigneten Kurs

  • Lass dich qualifiziert beraten

  • Schieße und vergleiche in Frage kommende Bögen und Bogentypen

  • Höre auf dein Bauchgefühl

  • Kaufe beim Fachhändler, nicht im Internet

  • Kaufe nicht den billigsten Bogen

  • Kaufe nicht den teuersten Bogen

Welche Bögen und Bogentypen gibt es denn?
Lange und kurze, krumme und gerade

Die drei für das traditionelle Bogenschießen (und ausschließlich davon reden wir) verwendbaren Bogentypen sind die unten folgenden. Reiterbögen und Sportbögen sind dafür nicht geeignet.

Heutige Bögen sind überwiegend sogenannte laminierte Bögen. Das bedeutet, dass sowohl die Wurfarme als auch die Griffstücke aus mehreren Schichten unterschiedlicher Materialien bestehen (können), die unter Hitze und Druck miteinander verklebt werden.

Traditionelle Bögen werden direkt über das Shelf geschossen, die in den Bogen bzw. das Bogenfenster bereits eingearbeitete Pfeil­auflage und nicht über an den Bogen angeklebte oder angeschraubte "Schniepel" oder sonstige externe Pfeilauflagen.

Langbogen

Der ursprünglichste Bogentyp hat seinen Namen nicht weil er lang ist. Es gibt nämlich auch kurze Langbögen. Vielmehr entstammt der Name dem englischen long bow. Erst im frühen Mittelalter kamen die Bögen auch in wirklich langer Aus­füh­rung zum Einsatz. Längen von über zwei Meter waren keine Seltenheit.

Die Form eines Langbogens ist im abge­spannten Zustand mehr oder weniger gerade, wobei moderne Langbögen leicht in Schuss­richtung gebogene Wurfarme aufweisen.

Die Sehne liegt im gespannten Zustand frei zwischen den Tips und berührt die Wurfarme nicht.

Langbögen sind fast ausschließlich One-Piece-Bögen, also ein Stück und daher nicht teilbar. Auch hier haben bereits moderne Materialien wie Carbon, Glas und spezielle Laminate Einzug ge­halten.

Einen Langbogen musst du beherrschen können. Daher ist er eher geeignet für traditions­be­wusste, fortge­schrittene und ambitionierte Bogenschützen.

Bauartbedingt verhalten sich Langbögen eher träge und wenig leistungsstark, sind aber gerade da­durch verhältnis­mäßig komfortabel zu schießen. Sofern man sie beherrscht.

Eigenschaften
  • ursprünglich

  • traditionell

  • einfach zu schießen

  • Fehler verzeihend

  • leistungsstark

Recurvebogen

Seinen Namen hat der Recurve von seinen deutlich in Schuss­richtung gebogenen Wurfarmenden (engl. recurved = zurück­gebogen). Dadurch ist er moderat im Auszug und kann (mehr) Energie in den Wurf­armen speichern.

Die Sehne liegt an den Recurves an. Bei iden­ti­schem Zuggewicht ist er im Ver­gleich zu den anderen Bogentypen der kraftvollste.

Historisch gesehen kennt man diese Bauform auch von Reiterbögen. Durch die enorme Kraftentwick­lung konnten diese Bögen auch in kurzer, kompak­ter und dadurch wendigerer Form eingesetzt werden. 

Im Gegensatz zum Langbogen besitzt ein moderner Recurvebogen oft ein deutlich ausgeformteres Schussfenster sowie ein stark als "Pistolengriff" ausgeführtes Griffstück.

Je nach Ausführung ist der Recurvebogen ein All­rounder und damit sowohl für An­fänger als auch erfahrene Bogenschützen und für fast alle Vor­haben geeignet.

Eigenschaften
  • ursprünglich

  • traditionell

  • einfach zu schießen

  • Fehler verzeihend

  • leistungsstark

Hybridbogen

Als "logische" Weiterentwicklung des Lang­bogens vereint er die Vorteile des Recurves und des Langbogens. Die Wurf­armenden sind leicht gebogen (reflex), aber nicht so stark, wie beim Recurve und die Wurfarme sind schlanker.

Diese Bauart ergibt mehr Geschwindig­keit und eine höhere Präzision im Gegensatz zum "echten" Lang­bogen. Leistungs­mäßig liegt der Hybridbogen daher bei gleichem Zuggewicht zwischen Recurve und Lang­bogen.

Ein Hybridbogen ist durch seine Bauform leis­tungs­fähiger als der Langbogen, bei dennoch traditionellem Design. Da er sich zunehmender Beliebtheit erfreut, gibt es ihn seit einiger Zeit auch "von der Stange".

Eigenschaften
  • ursprünglich

  • traditionell

  • einfach zu schießen

  • Fehler verzeihend

  • leistungsstark

Extrem hochwertige Bögen von Bogenbauern eignen sich unserer Meinung nach nicht für Einsteiger. Auch wenn man sie sich "auf die Hand" fertigen lassen kann, so muss man das Schießen mit diesen Bögen, speziell mit Lang­bögen, beherrschen. Das setzt voraus, dass bereits ein gewisses Maß an Er­fah­rung vorhanden ist.

Weitere Informationen zu unseren eigenen Bögen, die wir besonders in Hin­blick auf die Eignung für Einsteiger entwickelt haben, findest du bei Pfeil und Bogen.

Was bedeutet eigentlich Take Down?
Der Bastler- und Schrauberbogen

Bis jetzt haben wir nur von sogenannten One-Piece-Bögen gespro­chen. Das sind nicht teilbare Bögen, quasi aus einem Stück und dadurch traditionell.

Wir sind (bekennend) keine Freunde von Take Down Bögen. Der Voll­ständig­keit halber wollen wir dir diese Frage dennoch in Kürze beantworten.

Take Down

Als Take Down oder take-down (zerlegen, ausein­ander nehmen) bezeichnet man Bögen, die nicht aus einem Stück - one piece - sondern aus mehreren zusammen­ge­schraubten Teilen bestehen. Den beiden Wurfarmen und dem Mittelstück. Diese Bau­art fin­det sich fast aus­schließ­lich bei Recurve­bögen.

Pro

Die beiden wirklich maßgeblichen Argu­mente, die für einen Take Down spre­chen, sind die kompakten Abmessungen im zerlegten Zustand, die einen ein­fach­er­en Transport ermöglichen und die Mög­lich­keit, die Wurfarme gegen stärkere oder schwächere auszutauschen, ohne auch das Mittelstück ersetzen zu müs­sen.

Contra

Die Nachteile eines Take Downs liegen eigentlich auf der Hand:

Das in der Regel richtig schwere Griff­stück ist immer das gleiche, egal, ob du nun kräftig oder nicht ganz so kräf­tig bist. Egal auch, welche Wurfarme du drauf schraubst. Sind die Wurfarme re­la­tiv "schwach", flattern sie, was einen un­ruhigen und kaum konrollier­ba­ren Schussablauf verursacht. Erst wenn die Einzelteile sorgfältig aufeinander abgestimmt sind, ist mit einem Take Down auch an vernünftiges Schießen zu denken.

Alles, was irgendwie zusammengeschraubt wird, neigt dazu, sich zu lösen oder zu verziehen. Je hochpreisiger der Bogen, desto geringer aller­dings die Gefahr.

Take Downs sind in der Regel deutlich teurer, zumindest die brauchbareren.

Du musst den Bogen, sofern du ihn wirk­lich zer­legst, vor jedem Schießen wie­der zusammensetzen und die Sehne kom­plett neu einstellen. Werkzeug nicht vergessen!

Man kann diesen Bogentyp zerlegen, muss man aber nicht. Zerlegst du ihn aber nicht, stellt sich die Frage, warum es dann ein Take Down sein muss.

Solltest du mit einem Take Down lieb­äugeln wegen dem Argument, auf stärkere Wurfarme aufrüsten zu können, musst du dir im Klaren sein, dass du auch neue Pfeile brauchst.

Fazit

Wenn es nicht unbedingt sein muss, dann verzichte eher auf einen Take Down. Er hat beim traditio­nel­len Bogenschießen nichts zu suchen.

Traditionell und intuitiv Bogenschießen kannst du mit all den beschrie­be­nen Bogentypen. Die Frage, welcher Bogen(typ) für dich der richtige ist, kann niemand pauschal beantworten. Das muss man mit ein wenig Kleinarbeit und in Vergleichen herausfinden.

Sicher keinen Fehler machst du als Einsteiger mit einem Hybrid­bogen. Lang­bögen, besonders solche vom professionellen Bogenbauer benötigen deutlich mehr "Einarbeitungszeit", Konzentration, Dis­zi­plin und vor allem einen ge­festigten Schießstil.

Unsere nanoPur Hybridbögen und Recurvebögen können durch die Form der Griff­stücke relativ Fehler verzeihend geschossen werden und sind daher für Einsteiger besonders geeignet.

Achte bitte darauf, ob dein Wunschbogen auch für deinen persön­lichen Aus­zug geeignet und vom Hersteller zugelassen ist. Das ist bei Recurve­bögen nicht so problematisch. Frag´ aber bei Langbögen und Hybriden ex­pli­zit nach.

Das muss sein
Nun wird´s technisch

Hier geht es gleich um die PS beim Bogen, das sogenannte Zugge­wicht. Egal, wie hoch es ist, du musst körperlich in der Lage sein, diese Kraft kons­tant aufzubringen, ohne dass du nach den ersten paar Pfeilchen Schweiß­per­len auf der Stirn bekommst. Und du musst die Zusammenhänge verstehen.

Zuggewicht

Auf einem Bogen, auf der Rückseite des unteren Wurfarms oder am Griff­stück, findest du oft den Namen des Her­stel­lers, den Namen des Bogens sowie einige kryptische Daten.

Beim "Eiger" steht da 40# 28" 66", die No. 176 ist die Serien­nummer.

Die 66" steht für die Länge des Bogens in Zoll. In Zen­ti­meter sind das 167,64.

Das Zuggewicht sind die 40# (sprich: Pfund, das amerika­nisch-englische Pfund = 453,592 Gramm).

Die 28" (= 71,12 cm) besagen, dass der Bogen das angege­bene Zuggewicht dann aufweist, wenn man ihn bzw. die Sehne 28" (Zoll) weit (aus)zieht. Es gibt auch die Anga­ben mit dem "@"-Zeichen dazwischen, das bedeutet aber das gleiche.

Diese 28" sind ein international gültiger Referenzwert, auf den Zuggewichte bezogen werden.

Jugendbögen beispielweise können auch Anga­ben haben wie 15# @ 26", also bei weniger Auszug des Bogens.

Ist er zu stark, bist du zu schwach

Das Zuggewicht ist ein Synonym für die Leistung eines Bogens, be­zeichnet aber in Wirklichkeit die Kraft, die du aufbringen musst, um ihn überhaupt ziehen/spannen zu können.

In unserem Artikel Zuggewicht findest du weitere wichtige tech­nische Infor­mationen zu diesem Thema.

Nur soviel an dieser Stelle - wenn du den Bogen spannst, dann ziehst du die Sehne (immer) bis zu einem bestimmten Punkt in deinem Gesicht. Dieser Punkt heißt Ankerpunkt. Die Distanz vom vorderen Ende deiner Bogenhand bis zu deinem Ankerpunkt nennt man persönlicher Auszug. Beträgt diese Distanz genau 28", dann hast du auch genau den auf dem Bogen angegebenen Wert für das Zuggewicht (z.B. die obigen 40#) "auf den Fingern".

Ziehst du, weil du längere Arme hast, weiter aus bis zu deinem Ankerpunkt, als die oben beschriebenen 28", dann erhöht sich das Zuggewicht.

Ziehst du weniger weit aus, verringert sich das angegebene Zug­ge­wicht.

Deinen persönlichen Auszug muss ein Trainer oder ein Fachhändler ermit­teln, schon allein wegen der Länge der Pfeile. Auch das findest du in unserem Artikel Persönlicher Auszug und Pfeillänge.

Wann ist das Zuggewicht zu niedrig?

Das ist dann der Fall, wenn du keinerlei Gegenwehr des Bogens spürst, deine Pfeile bereits nach wenigen Metern die Flugtätigkeit einstellen oder lustlos vom Ziel abprallen und wenn du deine Pfeile weiter werfen als mit dem Bogen schießen kannst.

Wähle das Zuggewicht nicht zu niedrig, denn du wirst sehr bald einen stär­keren Bogen brauchen und haben wollen.

Was sagt ein höheres Zuggewicht aus?

Du kannst weiter schießen, deshalb aber nicht unbedingt auch (besser) treffen, deine Pfeile schauen bei einer Zielscheibe hinten weiter raus, als das bei einem "schwächeren" Bogen der Fall ist, du musst dich deutlich mehr quälen, die Pfeile wieder aus den Gummitieren zu ziehen, wenn du ge­troffen hast oder sie fliegen einfach schneller am Ziel vorbei.

Wann ist das Zuggewicht deutlich zu hoch?

Spätestens dann, wenn du das Bogenschießen schmerzbedingt ab­bre­chen musst und statt nach Hause in die nächstgelegene Notaufnahme oder zum Orthopäden fährst. Leicht übertrieben, aber nicht ganz von der Hand zu weisen. Wenn einige "böse" Faktoren zusammen­tref­fen, kann man sich mit einem zu starken Bogen ziemlich weh tun (ich weiß, wovon ich rede *grrrmmml*).

Tiefer, breiter, lauter, schneller, meeeeeehr PS. Zu hohes Zug­ge­wicht bei Bögen ist die zweithäufigste Krankheit bei Männern - nach dem Männer­schnup­fen. Hohe Zuggewichte sind gerade bei männ­lichen Bogenschützen oft ein Statussymbol und Ausdruck der Männ­lichkeit. Eine lesenswerte Geschich­te zu diesem Thema aus dem wahren Leben findest du in unserem Blog bei Männerkrankheit.

Beim Bogenschießen möchtest du ja nicht nur zehn Pfeile schießen. Demzufolge musst du auch entsprechend oft die Sehne mit den Fingerkuppen deiner drei beteiligten Finger bis zu deinem Mund­winkel (deinem Anker­punkt) ziehen und dort kurz verharren, bevor du die Sehne wieder löst. Und du darfst dabei nicht zittern!

Zittern wirst du aber früher oder später wenn dich das Zuggewicht überfor­dert und du wirst zu früh lösen (loslassen), weil du das Gewicht nicht ruhig halten kannst.

Und das ist kontraproduktiv, da du dich mehr auf die aufzu­brin­gende Kraft, als auf einen sauberen Schießstil konzentrierst.

Stell´ dir mal folgendes vor: Die obigen 40# (das ist schon recht viel) entsprechen knapp über 18 Kilo. Du hast einen Koffer vor dir stehen mit 18 Kilo und hebst diesen mit Zeige-, Mittel- und Ring­finger hoch und ziehst ihn - sagen wir mal - bis zum Bauchnabel, verweilst dort drei bis vier Sekunden, bevor du ihn wieder ab­stellst. Und das ganze machst du nicht nur einmal, sondern so an die zehn mal.

Einfach? Dann stell´ dir das mal in der Waagerechten vor. Klingt viel­leicht machbar, ist es aber wohl für die meisten nicht. Jeden­falls nicht lange.

Welches Zuggewicht ist denn das richtige?

Dazu kann man, wenn man seriös ist, keine Pauschalaussage treffen. Jeder hat ja einen anderen Körperbau und unterschiedliche Kraft und Ausdauer zur Verfügung.

Außerdem kommt es auf den gewünschten Komfort an. Ein Recurve ist eher knackig, ein Langbogen sehr sanft dagegen, in der Mitte ist der Hybrid­bogen angesiedelt. Bei identischem Zuggewicht ist der Langbogen die "schwächste" Variante, dann folgt der Hybridbogen. Durch seine Bauart kann der Recurve die meiste Energie speichern und sie am effektivsten abgeben.

Das bedeutet, dass 30# nicht gleich 30# sind!

Mit vermeintlich niedrigeren Zuggewichten ist ein "sauberes" Schießen viel besser möglich, da man sich mehr auf den eigent­lichen Schussablauf und sein Ziel konzentrieren kann. Es ist keine Schande, einen "schwächeren" Bogen zu schießen.

Unsere Beratungen verlaufen in der Regel so:

Ausprobieren - nähere dich mit dem Bogentyp deiner Wahl einem Zuggewicht an, ab dem du merklich einen Widerstand spürst. Ziehe den Bogen, schieße ihn ein paar mal. Wenn du dich damit wohlfühlst und ihn wirklich noch ohne große Anstrengungen handhaben kannst, kauf´ ihn eine Größe/Stufe an Zug­ge­wicht (meist 5#-Schritte) höher.

Wenn du z.B. einen Bogen mit 25# ohne Anstrengung und ohne Zittern schießen kannst, und das mehrfach hintereinander, dann kauf ihn dir mit 30# Zuggewicht.

Der Grund für diese Empfehlung ist einfach - durch Übung und regelmäßiges Schießen lernst du, den Bogen nach kurzer Zeit zu beherrschen. Dein Körper und besonders die sonst nicht so stark beanspruchten Muskeln im höheren Rücken gewöhnen sich recht bald daran.

Nur drei unserer Kunden (Männer) in den letzten drei Jahren haben sich für Bögen über 30# Zuggewicht entschieden. Alle drei hatten aber auch durchaus die körperliche Konstitution dazu.

Frauen und Jugendliche entschieden sich bislang überwiegend für unsere Hybridbögen mit Zuggewichten zwischen 20# und 25# und Recurvebögen mit 25# und 30#, bei Männern hielten sich 25# und 30# die Waage, unabhängig vom Bogentyp.

Übrigens: Wenn du Rechtshänder bist, brauchst du einen RH-Bogen, auch wenn du ihn in der linken Hand hältst! Und umgekehrt. Das ist ein anderes Thema, das wir in unserem Artikel Augen und Händigkeit beim Bogenschießen ausführlich behandeln.

Bogenlänge

Wie du schon oben gelesen hast, sind auf den (meisten) Bögen auch Längen­an­gaben zu finden. Warum es unter­schied­lich lange Bögen gibt, kannst du dir sicher selbst zusammenreimen, wenn wir dir die Stichworte Kinder, kleinere Menschen, größere Menschen, Reiter ... geben.

Die Länge eines Bogens sollte auf jeden Fall annähernd zur Körpergröße passen. Das hat praktische Gründe, sehr viel aber auch mit dem eigent­lichen Verhalten eines Bogens zu tun.

Ist er zu lang, bist du zu kurz
Deine Länge und die deines Bogens
Was bewirkt die Länge eines Bogens?

Grundsätzlich, aber gerade bei Einsteigern ist es empfehlenswert, einen möglichst Fehler verzeihenden Bogen zu wählen. Deshalb gilt der Ratschlag, lieber einen längeren Bogen zu schießen.

Je länger ein Bogen ist, desto komfortabler verhält er sich. Das gilt für alle Bogentypen.

Je kürzer ein Bogen ist, desto kraftvoller (knackiger) ist er.

Doch auch der persönliche Auszug spielt eine ganz entscheidende Rolle:

Bonsai

Wenn du kleiner bist und somit kürzere Arme hast, ist auch dein persön­li­cher Auszug geringer. Dann spielt es kaum eine Rolle, wie lang dein Bogen ist. Nur - zu lang sollte er nicht sein, weil du mit deiner Armlänge den Bogen möglicherweise gar nicht aufspannen - Sehne auf den Bogen montieren - kannst.

Albatros

Bist du größer oder richtig groß, hast du auch schnell mal einen persön­lichen Auszug von 30" oder 31" und dann wird´s richtig interessant.

Die Hersteller geben meist einen maximal zulässigen Auszug für ihre Bögen an. Daran sollte man sich annähernd halten, denn das sind gerne genommene Gründe, um Garantieansprüche bei einem beschädigten Bogen abzuwehren.

Außerdem gilt die Empfehlung, die Bogenlänge bei höheren Zug­ge­wichten an der Körpergröße zu orientieren.

Zusammenfassung

Bevor wir zu den möglichen Kosten kommen, hier noch eine kurze Zusammen­fas­sung.

Du kennst die verschiedenen Bogentypen und die Unterschiede, weißt alles über Bogenlängen, fast alles über das Zuggewicht und hast schon deinen Favoriten ermittelt.

Beherzige noch die folgenden Punkte und du kannst die meisten Einsteiger-Fehler vermeiden.

Überschätze dich nicht

Schieße nie einen zu starken Bogen, auch wenn du es vielleicht könntest. Mehr Zuggewicht bedeutet nicht, dass du besser schießen kannst. Gerade in der ersten Zeit ist das sogar kontraproduktiv.

Und es gilt der Grundsatz: "Kannst du ihn nicht spannen, kannst du ihn nicht schießen" - egal, ob es an deiner Kraft oder an zu kurzen Armen liegt. Berücksichtige also auch die Bogenlänge.

Zum Thema Zuggewicht findest du noch ein paar geistige Ergüsse in unserem Blog.

Eins ist mehr als drei

Ein One Piece Bogen ist einem Take Down Bogen beim traditionellen intui­tiven Bogenschießen definitiv vorzuziehen. Nichts, was sich lösen kann, nichts, was flattert, kein Klappern und kein Verzie­hen.

Das ist aber kein Muss und macht manchmal erst dann Sinn, wenn du ganz sicher bist, dass du mit einem bestimmten Zuggewicht auch auf längere Sicht zurecht kommst und damit deine persönlichen Ziele erreichst.

Bei einem Take Down Bogen kannst du nämlich durch Austausch der Wurfarme noch mit dem Zuggewicht "spielen", was bei einem One Piece Bogen nicht möglich ist. Und, wenn deine Transportmög­lich­keiten beschränkt sind, ist ein Take Down natürlich kompakter.

Wenn das für dich keine Rolle spielt - lass´ die Finger von Take Downs.

Erst schießen, dann entscheiden

Kaufe nur einen Bogen, den du gesehen, angefasst und geschossen hast. Ganz wichtig, abgesehen natürlich von Auszugs- und Schuss­verhalten, ist das Griffstück. Es muss zu deiner Hand passen. Nichts darf drücken oder stö­ren, der Bogen darf nicht zu schwer sein, du musst ein angenehmes Gefühl haben. Ist das nicht so, dann ist es nicht dein Bogen.

Das gilt auch dann, wenn du das Gefühl hast, der Bogen ist laut oder er vibriert beim Schuss oder er wackelt.

Wenn er dir in der Hand liegt, sich angenehm verhält und dann auch noch toll aussieht - bingo!

Vergiss das Internet

Kaufe einen Bogen nie nach Bewertungen im Internet (kein weiterer Kommen­tar) oder nach optischen Gesichtspunkten. Empfehlungen von anderen Bogen­schützen machen durchaus Sinn, aber nur dann, wenn du den empfohlenen Bogen auch mal selbst in die Hand nehmen und schießen darfst. Berücksichtige aber bitte, dass der Bogen eines anderen Schützen zu diesem passt, für dich aber nicht zwingend der richtige sein muss.

Was muss ich finanziell veranschlagen?
Viel weniger als bei anderen Sportarten

Bogenschießen zählt zu den günstigsten Sportarten überhaupt, sowohl in der Anschaffung als auch im laufenden Betrieb und du kannst es das ganze Jahr über tun.

Du musst nicht wirklich viel Geld in die Hand nehmen und erhältst dennoch einen vernünftigen Bogen und hochwertiges Zubehör.

Für den "normalen" Einstieg musst du für eine kom­plet­te Aus­stat­tung sicher ab € 950,00 veranschlagen. Darunter wird es nichts Sinnvolles werden. Mit dem Bogen allein ist es ja nicht getan, denn du brauchst noch ein paar andere Dinge wie passende Pfeile, Armschutz, Handschuh, Köcher und unbe­dingt nötiges Zubehör.

Wenn du schon weißt, dass Bogenschießen dein Sport ist und du sicher weitermachen und dich zukunftssicher ausrüsten willst, solltest du dich mit € 1.100,00 - € 1.300,00 anfreunden.

Immer noch extrem günstig im Vergleich zu manch anderer (Trend-) Sportart.

Unter Pfeil und Bogen findest du die Bögen, die wir für die je­weilige Anforderung empfehlen. Sicher gibt es auf dem Markt sehr viele, auch sehr gute Bögen. Leider aber eben auch schlechte. Und es gibt billige und teure.

Manche Bögen erwecken durch ihren Preis und ihr Aussehen den Ein­druck, sie müssten professionell und damit gut sein. Kann sein, muss aber nicht. Individuell sind sie sicher.

Ohne die handwerkliche Qualität mancher Bögen und die Kreativität der Bogenbauer in Zweifel ziehen zu wollen - kann der "Wurzelsepp" oder der Acrylgriff mit eingegossenem VW-Bus wirklich irgendetwas besser als andere Bögen?

Und dann gibt es noch die Sonderpreis-Bögen (am besten im Set) mit 4,7 Sternen. Das heißt noch lange nicht, dass du da ein Schnäpp­chen machst. Lass es einfach.

Jetzt hast du es geschafft. Fertig.
Muss leider sein
Auch wir nutzen Cookies. Einige sind essenziell für den Betrieb der Seite, andere helfen uns, diese Website zu verbessern.

Entscheide selbst, ob du Cookies zulassen möchtest.

Einige Funktionen (z.B. Karten) stehen bei einer Ablehnung nicht mehr zur Verfügung.