Der Bogenfinder von nano Bogensport

nano Bogensport

Bogenfinder

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Bogenfinder

für "blutige" Anfänger

für "blutige" Anfänger

Unser Bogenfinder soll dir bei deiner Entscheidung, welchen Bogen zum traditionellen Bogenschießen du dir zulegen wirst, helfen. Die einzelnen Kriterien haben natürlich bei jedem Einsteiger eine andere Gewichtung, wie sich oft bei den Fragen an uns zeigt.

Solltest du noch nie einen Kurs besucht haben und auch keine Ausrüstung besitzen, dann kauf´ dir auch nicht einfach irgendetwas - das wird nix. Lass die Finger von Komplettpreis- und Schnäppchen-Angeboten. Schau dir erst einmal unsere Tipps für Einsteiger an oder frag uns.

Bevor du dich also mit deinem eigenen Bogen beschäftigst, solltest du einen Kurs gemacht haben, sei es auch nur zum Reinschnuppern.

Wenn du bei uns oder einem anderen Anbieter einen Kurs absolviert hast, dann hat dein "Trainer" (hoffentlich) die folgenden Punkte, die grund­sätzlich für die Wahl deines Bogens entscheidend sind, mit dir geklärt.

Wichtige Voraussetzungen
1.

Du weißt ganz sicher, ob du Rechts- oder Linkshänder bist (nicht lachen), in welche Hand du den Bogen nimmst und ...

2.

... was noch entscheidender ist - welches dein dominantes Auge, auch Führungsauge genannt, ist.

Warum das so wichtig ist und was es damit genau auf sich hat, kannst und solltest du in unserem Technik-Blog bei Augen und Händigkeit beim Bogenschießen nachlesen.

3.

Du kennst deine Gründe, warum du Bogenschießen willst und deine persönlichen Ziele. Du brauchst dann nur noch den Ort, wo du es machen willst und darfst.

Dann kann´s ja losgehen - folge einfach dem roten Faden ...


Der Weg zu deinem Bogen
Schritt für Schritt

Spaß macht Bogenschießen immer
Mal mehr, mal weniger

Grundsätzlich kannst du mit jedem Bogen(typ) das gleiche tun - einen Pfeil von A nach B befördern.

Je nachdem, welche Art des Bogenschießens du betreiben willst, wie intensiv du das machen willst und mit welchen persönlichen Zielen, ist der eine Bogen(typ) besser dazu geeignet, der andere weniger besser (*ggg*).


Welcher Bogen ist der richtige für mich?
Die Standardfrage

Diese Frage kann dir niemand sofort und abschließend beantworten. Schon gar nicht, ohne vorher ein paar "Gegenfragen" zu stellen.

Mögliche Antworten beginnen aber immer mit:

Das kommt ganz darauf an ...

  • was du unter "richtig" verstehst

  • welche Beweggründe und persönlichen Ziele du hast

  • mit welchem Bogentyp du dich wohlfühlst

  • wie sportlich und/oder kräftig du bist

  • wie groß und beweglich du bist

  • wie groß dein Budget ist


Der richtige Bogen
Den gibt es nicht

Genauso wenig gibt es den falschen Bogen. An sich muss die Frage lauten "Welcher Bogen ist für mich und mein(e) Vorhaben am besten geeignet?"

Um das zu ermitteln, müssen die nachfolgenden Punkte im einzelnen geklärt werden. Am Ende wirst du einen Kompromiss - welchen auch immer - eingehen müssen, denn jeder Bogen(typ) hat seine Vor- und Nachteile und ist mehr oder weniger für deine persönlichen Ziele geeignet.

Wir reden hier von deinem ersten Bogen. Je nachdem, was du vorhast und wenn du beim Bogenschießen bleibst, kommt sicher irgendwann ein zweiter, dritter ... Bogen ins Haus. Das ist so, die vermehren sich wie die Karnickel. Und auch dann wirst du wieder einen (anderen) Kompromiss eingehen.


Deine Gründe - deine Ziele
Einen Plan solltest du haben

Du kannst ja aus unterschiedlichen Gründen Bogenschießen (wollen). Und du kannst dir ebenso unterschiedliche Ziele setzen.

Wenn du Größeres vorhast (deine Grenzen ausloten, Wettkämpfe, 3D Schießen), dann macht es wenig Sinn, einen einfachen und günstigen Bogen ins Auge zu fassen. Du wirst damit sehr schnell an deine Grenzen kommen.

Umgekehrt kannst du aber mit einem höherwertigen Bogen auch einfach nur Spaß haben oder mal entspannen. Unabhängig vom Bogentyp.

Je höher deine Ambitionen sind, desto hochwertiger sollte dein Bogen sein, wobei hochwertig nichts mit hochpreisig zu tun haben muss.

Vergleiche das mal mit den Überlegungen beim Autokauf ...


Du willst einfach nur Spaß haben ...

... gelegentlich mal im Garten schießen, Luftballons den Garaus machen, rein zum Vergnügen, allein oder in Gesellschaft. Trotzdem mit einem gewissen Anspruch an Präzision und ein bisschen Luft nach oben.


In diesem Fall bist du mit einem Hybridbogen gut beraten.


Hybridbogen (Antur Drogon)

Hybrid-/Langbogen ("nanoEdition" Leopard)

Hybridbogen ("nanoPur" Genio)


Nur für dich

Du willst ganz allein, nur für dich, in der freien Natur schießen, um runter zu kommen und den Stress hinter dir zu lassen, dich entspannen, deine Grenzen erforschen. Regelmäßig. Mit einem deutlichen Anspruch an Präzision und Komfort.


Unsere Erfahrungen zeigen eindeutig, dass gerade Hybridbogen diesen Ansprüchen am besten gerecht werden.


Hybrid-/Langbogen ("nano Edition" Leopard)

Hybridbogen ("nanoPur" Genio)

Recurvebogen ("nanoPur" Curvo)


Vereinsleben

Du willst dich einem Verein für traditionelles Bogenschießen anschließen, in Gesellschaft schießen, eventuell mit der Ambition, später an Turnieren und Wettkämpfen teilzunehmen und dich mit anderen zu messen.


Diese Vorhaben setzen eindeutig höher­wertige Bögen voraus, mit welchen man sich zukunftssicher entwickeln kann.


Langbogen ("nanoPur" Lungo)

Langbogen ("nanoEdition" Sniper)

Recurvebogen ("nanoPur" Curvo)

Langbogen (Fritzbogen Habicht*)

Hybridbogen (Fritzbogen Falke*)

Recurvebogen (Fritzbogen Milan*)


3D Parcours

Du willst auf den Spuren Robin Hoods auf diversen 3D-Parcours durch die Wälder streifen und Gummitiere jagen, die Königsdisziplin des traditionellen Bogenschießens erleben und leben.


Um die Gummitiere auch wiederholt zu treffen und dem Traditionellen gerecht zu werden, sind leistungsfähige Bögen mit perfekt abgestimmten Pfeilen absolute Voraussetzung. So z.B. die nachfolgenden Empfehlungen.


Langbogen ("nanoPur" Lungo)

Recurvebogen ("nanoPur" Curvo)

Langbogen (Fritzbogen Habicht*)

Hybridbogen (Fritzbogen Falke*)

Recurvebogen (Fritzbogen Milan*)


*
Hochwertige Bögen von Bogenbauern eignen sich unserer Meinung nach nicht für Einsteiger. Auch wenn man sie sich "auf die Hand" fertigen lassen kann, so muss man das Schießen mit diesen Bögen beherrschen. Das setzt voraus, dass bereits ein gewisses Maß an Erfahrung (mit Recurves und Hybriden) vorhanden ist.

Die genannten Empfehlungen gelten für Einsteiger ins traditionelle Bogenschießen und beziehen sich grundsätzlich auf den Bogentyp. Die zusätzlich genannten Bogenmodelle kannst du bei uns sehen, anfassen und schießen, um ein Gefühl dafür zu bekommen und du kannst sie (fast alle) auch bei uns kaufen.

Weitere Informationen zu "unseren" Bögen findest du bei Pfeil und Bogen.


Welche Bögen und Bogentypen gibt es denn?
Lange und kurze, krumme und gerade

Die drei für das traditionelle Bogenschießen (und ausschließlich davon reden wir) verwendbaren Bogentypen sind die unten folgenden.

Heutige Bögen sind überwiegend sogenannte laminierte Bögen. Das bedeutet, dass sowohl die Wurfarme als auch die Griffstücke aus mehreren Schichten unterschiedlicher Materialien bestehen (können), die unter Hitze und Druck miteinander verklebt werden.

Traditionelle Bögen werden direkt über das Shelf geschossen, die in den Bogen bzw. das Bogenfenster bereits eingearbeitete Pfeilauflage und nicht über an den Bogen angeklebte oder angeschraubte "Schniepel" oder sonstige externe Pfeilauflagen.


Langbogen Fritzbogen HabichtLangbogen Fritzbogen Habicht

Langbogen

Der ursprünglichste Bogentyp. Die Form ist im abge­spannten Zustand mehr oder weniger gerade und die Sehne liegt frei zwischen den Tips. Moderne Langbögen weisen leicht in Schuss­richtung gebogene Wurfarme auf. Im Grunde genommen besteht ein Langbogen aus einem Stück (Holz), wobei hier bereits moderne Materialien wie Carbon, Glas und spezielle Laminate Einzug gehalten haben.

  • ursprünglich
  • traditionell
  • teilbar
  • einfach zu schießen
  • Fehler verzeihend
  • leistungsstark

Einen Langbogen musst du beherrschen können. Daher ist er eher geeignet für traditions­bewusste, fortge­schrittene und ambitionierte Bogenschützen.


Recurvebogen Fritzbogen MilanRecurvebogen Fritzbogen Milan

Recurvebogen

Seinen Namen hat er von seinen deutlich in Schuss­richtung gebogenen Wurfarmenden (engl. recurved = zurückgebogen). Dadurch ist er moderat im Auszug und kann (mehr) Energie in den Wurfarmen speichern. Die Sehne liegt an den Recurves an. Bei identischem Zuggewicht ist er im Vergleich zu den anderen Bogentypen der kraftvollste.

  • ursprünglich
  • traditionell
  • teilbar (als Take Down)
  • einfach zu schießen
  • Fehler verzeihend
  • leistungsstark

Je nach Ausführung ist der Recurvebogen ein Allrounder und damit sowohl für Anfänger als auch erfahrene Bogenschützen und für fast alle Vorhaben geeignet.


Hybridbogen Fritzbogen FalkeHybridbogen Fritzbogen Falke

Hybridbogen

Als "logische" Weiterentwicklung des Lang­bogens vereint er die Vorteile des Recurves und des Langbogens. Die Wurfarmenden sind leicht gebogen (reflex), aber nicht so stark, wie beim Recurve und die Wurfarme sind schlanker. Diese Bauart ergibt mehr Geschwindigkeit und eine höhere Präzision im Gegensatz zum "echten" Langbogen. Leistungs­mäßig liegt der Hybridbogen daher bei gleichem Zuggewicht zwischen Recurve und Langbogen.

  • ursprünglich
  • traditionell
  • teilbar (als Take Down)
  • einfach zu schießen
  • Fehler verzeihend
  • leistungsstark

Der Hybrid ist durch seine Bauform leistungs­fähiger als der Langbogen, bei dennoch traditionellem Design. Da er sich zunehmender Beliebtheit erfreut, gibt es ihn seit einiger Zeit auch "von der Stange".


Was ist eigentlich ein Take Down?
Der Bastler- und Schrauberbogen

Wir sind (bekennend) keine Freunde von Take Down Bögen. Der Vollständigkeit halber wollen wir dir diese Frage dennoch in Kürze beantworten.


Take down RecurvebogenTake down Recurvebogen

Als Take Down oder take-down bezeichnet man Bögen, die nicht aus einem Stück - one piece - sondern aus mehreren zusammengeschraubten Teilen, den beiden Wurfarmen und dem Mittelstück bestehen. Diese Bauart findet sich fast ausschließlich bei Recurvebögen.

Die beiden wirklich maßgeblichen Argumente, die für einen Take Down sprechen, sind die kompakten Abmessungen im zerlegten Zustand, die einen einfacheren Transport ermöglichen und die Möglichkeit, die Wurfarme gegen stärkere oder schwächere auszutauschen, ohne auch das Mittelstück ersetzen zu müssen.

Man kann diesen Bogentyp zerlegen, muss man aber nicht!


Traditionell und intuitiv Bogenschießen kannst du mit all den beschriebenen Bogentypen. Die Frage, welcher Bogen(typ) für dich der richtige ist, kann niemand pauschal beantworten. Das muss man mit ein wenig Kleinarbeit und in Vergleichen herausfinden.

Sicher keinen Fehler machst du als Einsteiger mit einem Hybridbogen. Recurve- und besonders Langbögen vom Bogenbauer benötigen deutlich mehr "Einarbeitungszeit", Konzentration, Disziplin und vor allem einen gefestigten Schießstil.

Unsere nanoPur und nano Edition Hybridbögen sowie der Hybridbogen Drogon von Antur Archery können durch die Form der Griffstücke ähnlich einem Recurve relativ Fehler verzeihend geschossen werden und sind daher für Einsteiger besonders geeignet.

Achte bitte darauf, ob dein Wunschbogen auch für deinen persönlichen Auszug geeignet und vom Hersteller zugelassen ist. Das ist bei Recurvebögen nicht so problematisch. Frag´ aber bei Langbögen und Hybriden explizit nach.


Deine Power und die deines Bogens
Ist er zu stark, bist du zu schwach

Hier geht es gleich um die PS beim Bogen, das sogenannte Zuggewicht. Egal, wie hoch es ist, du musst körperlich in der Lage sein, diese Kraft konstant aufzubringen, ohne dass du nach den ersten paar Pfeilchen Schweißperlen auf der Stirn bekommst. Und du musst die Zusammenhänge verstehen ...


Das Zuggewicht

Auf einem Bogen, auf der Rückseite des unteren Wurfarms oder am Griffstück, findest du oft den Namen des Herstellers, den Namen des Bogens sowie einige kryptische Daten.

Beim "Eiger" steht da 40# 28" 66", die No. 176 ist die Seriennummer.

Die 66" steht für die Länge des Bogens in Zoll. Im Zentimeter sind das 167,64.

Das Zuggewicht sind die 40# (sprich: Pfund, das amerikanisch-englische Pfund = 453,592 Gramm).


Die 28" (= 71,12 cm) besagen, dass der Bogen das angegebene Zuggewicht dann aufweist, wenn man ihn bzw. die Sehne 28" (Zoll) weit (aus)zieht. Es gibt auch die Angaben mit dem "@"-Zeichen dazwischen, das bedeutet aber das gleiche.

Diese 28" sind ein international gültiger Referenzwert, auf den Zuggewichte bezogen werden.

Jugendbögen beispielweise können auch Angaben haben wie 15# @ 26", also bei weniger Auszug des Bogens.


Was bedeutet denn das Zuggewicht?

Das Zuggewicht ist ein Synonym für die Leistung eines Bogens, bezeichnet aber in Wirklichkeit die Kraft, die du aufbringen musst, um ihn überhaupt ziehen/spannen zu können.

In unserem Artikel Zuggewicht findest du weitere wichtige technische Informationen zu diesem Thema.

Nur soviel an dieser Stelle - wenn du den Bogen spannst, dann ziehst du die Sehne (immer) bis zu einem bestimmten Punkt in deinem Gesicht. Dieser Punkt heißt Ankerpunkt. Die Distanz vom vorderen Ende deiner Bogenhand bis zu deinem Ankerpunkt nennt man persönlicher Auszug. Beträgt diese Distanz genau 28", dann hast du auch genau den auf dem Bogen angegebenen Wert für das Zuggewicht (z.B. die obigen 40#) "auf den Fingern". Ziehst du, weil du längere Arme hast, weiter aus bis zu deinem Ankerpunkt, als die oben beschriebenen 28", dann erhöht sich das Zuggewicht. Ziehst du weniger weit aus, verringert sich das angegebene Zuggewicht. Deinen persönlichen Auszug muss ein Trainer oder ein Fachhändler ermitteln, schon allein wegen der Länge der Pfeile. Auch das findest du in unserem Artikel Persönlicher Auszug und Pfeillänge.


Wann ist das Zuggewicht zu niedrig?

Das ist dann der Fall, wenn du keinerlei Gegenwehr des Bogens spürst, deine Pfeile bereits nach wenigen Metern die Flugtätigkeit einstellen oder lustlos vom Ziel abprallen und wenn du deine Pfeile weiter werfen als mit dem Bogen schießen kannst.

Wähle das Zuggewicht nicht zu niedrig, denn du wirst sehr bald einen stärkeren Bogen brauchen und haben wollen.


Was sagt ein höheres Zuggewicht aus?

Du kannst weiter schießen, deshalb aber nicht unbedingt auch (besser) treffen, deine Pfeile schauen bei einer Zielscheibe hinten weiter raus, als das bei einem "schwächeren" Bogen der Fall ist, du musst dich deutlich mehr quälen, die Pfeile wieder aus den Gummitieren zu ziehen, wenn du getroffen hast oder sie fliegen einfach schneller am Ziel vorbei.


Wann ist das Zuggewicht deutlich zu hoch?


Spätestens dann, wenn du das Bogenschießen schmerzbedingt abbrechen musst und statt nach Hause in die nächstgelegene Notaufnahme oder zum Orthopäden fährst. Leicht übertrieben, aber nicht ganz von der Hand zu weisen. Wenn einige "böse" Faktoren zusammentreffen, kann man sich mit einem zu starken Bogen ziemlich weh tun (ich weiß, wovon ich rede *grrrmmml*).

Tiefer, breiter, lauter, schneller, meeeeeehr PS. Zu hohes Zuggewicht bei Bögen ist die zweithäufigste Krankheit bei Männern - nach dem Männerschnupfen. Hohe Zuggewichte sind gerade bei männlichen Bogenschützen oft ein Statussymbol und Ausdruck der Männlichkeit. Eine lesenswerte Geschichte zu diesem Thema aus dem wahren Leben findest du in unserem Qwiki bei Männerkrankheit.

Beim Bogenschießen möchtest du ja nicht nur zehn Pfeile schießen. Demzufolge musst du auch entsprechend oft die Sehne mit den Fingerkuppen deiner drei beteiligten Finger bis zu deinem Mundwinkel (deinem Ankerpunkt) ziehen und dort kurz verharren, bevor du die Sehne wieder löst. Und du darfst dabei nicht zittern!

Zittern wirst du aber früher oder später wenn dich das Zuggewicht überfordert und du wirst zu früh lösen (loslassen), weil du das Gewicht nicht ruhig halten kannst.

Und das ist kontraproduktiv, da du dich mehr auf die aufzubringende Kraft, als auf einen sauberen Schießstil konzentrierst.

Stell´ dir mal folgendes vor: Die obigen 40# (das ist schon recht viel) entsprechen knapp über 18 Kilo. Du hast einen Koffer vor dir stehen mit 18 Kilo und hebst diesen mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger hoch und ziehst ihn - sagen wir mal - bis zum Bauchnabel, verweilst dort drei bis vier Sekunden, bevor du ihn wieder abstellst. Und das ganze machst du nicht nur einmal, sondern so an die zehn mal.

Einfach? Dann stell´ dir das mal in der Waagerechten vor. Klingt vielleicht machbar, ist es aber wohl für die meisten nicht. Jedenfalls nicht lange.


Welches Zuggewicht ist denn das richtige?


Dazu kann man, wenn man seriös ist, keine Pauschalaussage treffen. Jeder hat ja einen anderen Körperbau und unterschiedliche Kraft und Ausdauer zur Verfügung.

Außerdem kommt es auf den gewünschten Komfort an. Ein Recurve ist eher knackig, ein Langbogen sehr sanft dagegen, in der Mitte ist der Hybridbogen angesiedelt. Bei identischem Zuggewicht ist der Langbogen die "schwächste" Variante, dann folgt der Hybridbogen. Durch seine Bauart kann der Recurve die meiste Energie speichern und sie am effektivsten abgeben.

Das bedeutet, dass 30# nicht gleich 30# sind!

Mit vermeintlich niedrigeren Zuggewichten ist ein "sauberes" Schießen viel besser möglich, da man sich mehr auf den eigentlichen Schussablauf und sein Ziel konzentrieren kann. Es ist keine Schande, einen "schwächeren" Bogen zu schießen.

Unsere Beratungen verlaufen in der Regel so:

Ausprobieren - nähere dich mit dem Bogentyp deiner Wahl einem Zuggewicht an, ab dem du merklich einen Widerstand spürst. Ziehe den Bogen, schieße ihn ein paar mal. Wenn du dich damit wohlfühlst und ihn wirklich noch ohne große Anstrengungen handhaben kannst, kauf´ ihn eine Größe/Stufe an Zuggewicht (meist 5#-Schritte) höher.

Wenn du z.B. einen Hybridbogen mit 25# ohne Anstrengung und ohne Zittern schießen kannst, und das mehrfach hintereinander, dann kauf ihn dir mit 30# Zuggewicht.

Der Grund für diese Empfehlung ist einfach - durch Übung und regelmäßiges Schießen lernst du, den Bogen nach kurzer Zeit zu beherrschen. Dein Körper und besonders die sonst nicht so stark beanspruchten Muskeln im höheren Rücken gewöhnen sich recht bald daran.

Nur drei unserer Kunden (Männer) in den letzten beiden Jahren haben sich für Bögen über 30# Zuggewicht entschieden. Alle drei hatten aber auch durchaus die körperliche Konstitution dazu.

Frauen und Jugendliche entschieden sich bislang überwiegend für unsere Hybridbögen mit Zuggewichten zwischen 20# und 25#, bei Männern hielten sich 25# und 30# die Waage, sowohl bei Hybrid- als auch bei Langbögen.

Tendenziell entspricht das auch unseren Empfehlungen, wobei unsere Favoriten die Hybridbögen sind. Sie entwickeln bei sehr ruhigem Schussverhalten eine enorme Leistung speziell bei 30# Zuggewicht.

Übrigens: Wenn du Rechtshänder bist, brauchst du einen RH-Bogen, auch wenn du ihn in der linken Hand hältst! Und umgekehrt. Das ist ein anderes Thema, das wir in unserem Artikel Augen und Händigkeit beim Bogenschießen ausführlich behandeln.


Deine Körpergröße und die Bogenlänge
Ist er zu lang, bist du zu kurz

Wie du schon oben gelesen hast, sind auf den (meisten) Bögen auch Längenangaben zu finden. Warum es unterschiedlich lange Bögen gibt, kannst du dir sicher selbst zusammenreimen, wenn wir dir die Stichworte Kinder, kleinere Menschen, größere Menschen, Reiter ... geben.


Was bewirkt die Länge eines Bogens?

Grundsätzlich, aber gerade bei Einsteigern ist es empfehlenswert, einen möglichst Fehler verzeihenden Bogen zu wählen. Deshalb gilt der Ratschlag, lieber einen längeren Bogen zu schießen.

Je länger ein Bogen ist, desto komfortabler verhält er sich. Das gilt für alle Bogentypen.

Je kürzer ein Bogen ist, desto kraftvoller (knackiger) ist er.

Doch auch der persönliche Auszug spielt eine ganz entscheidende Rolle:

Wenn du kleiner bist und somit kürzere Arme hast, ist auch dein persönlicher Auszug geringer. Dann spielt es kaum eine Rolle, wie lang dein Bogen ist. Nur - zu lang sollte er nicht sein, weil du mit deiner Armlänge den Bogen möglicherweise gar nicht aufspannen - Sehne auf den Bogen montieren - kannst.

Bist du größer oder richtig groß, hast du auch schnell mal einen persönlichen Auszug von 30" oder 31" und dann wird´s richtig interessant.

Die Hersteller geben meist einen maximal zulässigen Auszug für ihre Bögen an. Daran sollte man sich annähernd halten, denn das sind gerne genommene Gründe, um Garantieansprüche bei einem beschädigten Bogen abzuwehren.

Außerdem gilt die Empfehlung, die Bogenlänge bei höheren Zuggewichten an der Körpergröße zu orientieren.


Zusammenfassung und Grundsätze

Bevor wir zu den möglichen Kosten kommen, hier noch eine kurze Zusammenfassung.

Du weißt jetzt, aus welchen Beweggründen man Bogenschießen kann. Du kennst die verschiedenen Bogentypen und die Unterschiede, weißt alles über Bogenlängen, fast alles über das Zuggewicht und hast schon deinen Favoriten ermittelt.

Beherzige noch die folgenden Punkte und du kannst die meisten Einsteiger-Fehler vermeiden.


1 - Überschätze dich nicht

Schieße nie einen zu starken Bogen, auch wenn du es vielleicht könntest. Mehr Zuggewicht bedeutet nicht, dass du besser schießen kannst. Gerade in der ersten Zeit ist das sogar kontraproduktiv.

Und es gilt der Grundsatz: "Kannst du ihn nicht spannen, kannst du ihn nicht schießen" - egal, ob es an deiner Kraft oder an zu kurzen Armen liegt. Berücksichtige also auch die Bogenlänge.

Zum Thema Zuggewicht findest du noch ein paar geistige Ergüsse in unserem Blog.


2 - Eins ist mehr als drei

Ein One Piece Bogen ist einem Take Down Bogen beim traditionellen intuitiven Bogenschießen definitiv vorzuziehen. Nichts, was sich lösen kann, nichts, was flattert, kein Klappern und kein Verziehen.

Das ist aber kein Muss und macht manchmal erst dann Sinn, wenn du ganz sicher bist, dass du mit einem bestimmten Zuggewicht auch auf längere Sicht zurecht kommst und damit deine persönlichen Ziele erreichst.

Bei einem Take Down Bogen kannst du nämlich durch Austausch der Wurfarme noch mit dem Zuggewicht "spielen", was bei einem One Piece Bogen nicht möglich ist. Und, wenn deine Transportmöglichkeiten beschränkt sind, ist ein Take Down natürlich kompakter.

Wenn das für dich keine Rolle spielt - lass´ die Finger von Take Downs.


3 - Erst schießen, dann entscheiden

Kaufe nur einen Bogen, den du gesehen, angefasst und geschossen hast. Ganz wichtig, abgesehen natürlich von Auszugs- und Schussverhalten, ist das Griffstück. Es muss zu deiner Hand passen. Nichts darf drücken oder stören, der Bogen darf nicht zu schwer sein, du musst ein angenehmes Gefühl haben. Ist das nicht so, dann ist es nicht dein Bogen.

Das gilt auch dann, wenn du das Gefühl hast, der Bogen ist laut oder er vibriert beim Schuss oder er wackelt.

Wenn er dir in der Hand liegt, sich angenehm verhält und dann auch noch toll aussieht - bingo!


4 - Vergiss das Internet

Kaufe einen Bogen nie nach Bewertungen im Internet (kein weiterer Kommentar) oder nach optischen Gesichtspunkten. Empfehlungen von anderen Bogenschützen machen durchaus Sinn, aber nur dann, wenn du den empfohlenen Bogen auch mal selbst in die Hand nehmen und schießen darfst. Berücksichtige aber bitte, dass der Bogen eines anderen Schützen zu diesem passt, für dich aber nicht zwingend der richtige sein muss.


Was muss ich finanziell veranschlagen?
Viel weniger als bei anderen Sportarten

Bogenschießen zählt zu den günstigsten Sportarten überhaupt, sowohl in der Anschaffung als auch im laufenden Betrieb und du kannst es das ganze Jahr über tun.

Du musst nicht wirklich viel Geld in die Hand nehmen und erhältst dennoch einen vernünftigen Bogen und hochwertiges Zubehör.

Für den "normalen" Einstieg musst du für eine komplette Ausstattung ab € 900,00 veranschlagen. Darunter wird es nichts Sinnvolles werden. Mit dem Bogen allein ist es ja nicht getan, denn du brauchst noch ein paar andere Dinge wie passende Pfeile, Armschutz, Handschuh, Köcher und unbedingt nötiges Zubehör.

Wenn du schon weißt, dass Bogenschießen dein Sport ist und du sicher weitermachen und dich zukunftssicher ausrüsten willst, wirst du dich mit € 1.100,00 - € 1.300,00 anfreunden müssen.

Immer noch extrem günstig im Vergleich zu manch anderer (Trend-) Sportart.

Unter Pfeil und Bogen findest du die Bögen, die wir für die jeweilige Anforderung empfehlen. Sicher gibt es auf dem Markt sehr viele, auch sehr gute Bögen. Leider aber eben auch schlechte. Und es gibt billige und teure.

Manche Bögen erwecken durch ihren Preis und ihr Aussehen den Eindruck, sie müssten professionell und damit gut sein. Kann sein, muss aber nicht. Individuell sind sie sicher.

Ohne die handwerkliche Qualität mancher Bögen und die Kreativität der Bogenbauer in Zweifel ziehen zu wollen - kann der "Wurzelsepp" oder der Acrylgriff mit eingegossenem VW-Bus wirklich irgendetwas besser als andere Bögen?

Und dann gibt es noch die Sonderpreis-Bögen (am besten im Set) mit 4,7 Sternen. Das heißt noch lange nicht, dass du da ein Schnäppchen machst. Lass es einfach.


Teuer heißt nicht unbedingt gut. Und günstig ist noch lange nicht schlecht.
Du kannst auch mit einem "billigen" Bogen - je nach deinen Zielen - durchaus gut Bogenschießen (lernen). Viel wichtiger dabei sind gute Pfeile. Dazu erfährst du mehr in unserem Artikel Pfeile im Qwiki und bei Pfeil und Bogen.


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  • nano Bogensport
    Mitterweg 8
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Kontakt
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    info(at)nano-bogensport.de

  • An obiger Anschrift befindet sich weder unser Schulungsgelände noch ein Ladengeschäft.
    Näheres findest du bei Kursorte.

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